(Sehn-) Sucht

Die Packung passt in jede Handtasche. Und da hat sie ihren festen Platz. Ohne eine ausreichende Reserve geht Inga nicht mehr aus dem Haus. Nach ihrer OP hat sie die Pillen bekommen, um trotz der Schmerzen leichter schlafen zu können. Schnell gewöhnt sie sich daran. Irgendwann fängt Inga an, die Tabletten auch morgens zu schlucken. Der Alltag ist sehr anstrengend, sie weiß nicht, wie sie mit dem Stress umgehen soll. Mit den Pillen geht es leichter. Doch bald merkt sie: Eine reicht nicht mehr. Sie steigert die Dosis. Bei ihrem Hausarzt erhält sie die Rezepte ohne großes Zureden. In der Apotheke, in der sie wöchentlich ist, bekommt sie zu ihrer Droge eine Packung Taschentücher geschenkt.

Probleme mit Pillen runterschlucken

Ingas Geschichte ist erfunden. Und trotzdem passiert sie so ähnlich Tag für Tag in Deutschland. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) schätzt, dass 1,2 – 1,5 Millionen Menschen abhängig von Arzneimitteln sind, manche sprechen sogar von 1,9 Millionen. Damit steht die Medikamentenabhängigkeit nach der Nikotinsucht statistisch auf Platz zwei.

Gerade von sogenannten „Tranquilizer“ werden die meisten Betroffenen schleichend süchtig. Ähnlich wie bei Inga bekommen viele die Pillen als Schlafmittel verschrieben. Probleme am Arbeitsplatz, zerbrochene Beziehungen, der Verlust eines geliebten Angehörigen – es gibt vieles, was Menschen nicht mehr schlafen lässt. Durch die Pillen können die Betroffenen wenigstens einige Stunden ihrem Kummer entfliehen. Doch die Tabletten nehmen die Ursachen der Sucht nicht weg. Sie bringen nur noch mehr Probleme und die Seele weint weiter.

Sklavenleben

Das hat die Medikamentenabhängigkeiten mit allen Süchten gemeinsam: Sie führt immer tiefer in die Dunkelheit. Der Mensch ist Sklave seiner Sucht. Das zeigen spätestens die Entzugserscheinungen… Doch eigentlich lebt jeder Mensch als Sklave, egal ob Junkie oder clean. Das sagt die Bibel. Sie bezeichnet Menschen, die ihr Leben nicht Gott zur Ehre leben, als „Sklaven der Sünde“:

„Ihr seid die Sklaven dessen, dem ihr gehorcht. Entweder ihr wählt die Sünde und damit den Tod, oder ihr wählt den Gehorsam Gott gegenüber und damit die Gerechtigkeit.“ (Die Bibel, Römer 6,16)

Entweder Sklave der Sünde oder Sklave Gottes – eine andere Option gibt es nicht (Matthäus 6,24). Wenn jemand nicht Gott dient, stellt er seine Gedanken und Taten der Sünde zur Verfügung. Unter dieser Herrschaft steht jeder Mensch seit seiner Geburt; ein sichtbares Zeichen dafür ist der Tod (Römer 5,12). Aus eigener Kraft kann sich niemand aus der Sünde und der Folge, dem Tod, befreien. Das kann nur Gott. Und er tat es – aus Liebe zu seinen Geschöpfen – am Kreuz, als Jesus starb.

 „So konnte er [Jesus] durch den Tod den entmachten, der mit Hilfe des Todes seine Macht ausübt, nämlich den Teufel, und konnte die, deren ganzes Leben von der Angst vor dem Tod beherrscht war, aus ihrer Sklaverei befreien.“ (Die Bibel, Hebräer 2,14-15)

Jesus kam, um zu befreien. Er allein macht wirklich frei (Johannes 8,36). Nur wer sich in die Abhängigkeit Gottes begibt, kann befreit aufleben. Das hat auch Michael erlebt:

 

Ausweg aus der Sucht

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