Auf der Suche nach Stille

Immer mehr Deutsche flüchten vor Lärm, Stress und Dauererreichbarkeit an einen Ort, von dem man seit Jahren sagt, er sei am Aussterben. Hinter dicken Klostermauern erhoffen sie sich für einige Tage oder Wochen Stille und Ruhe. Sie möchten das ständig vibrierende Smartphone, das überquellende Postfach, die Überstunden und den Fernseher, der doch nur zum inneren Abschalten läuft, hinter sich lassen. Mal so richtig zur Ruhe kommen und Atem holen. In Deutschland bieten etwa 300 Ordenshäuser dem dauergestressten Großstädter an, am klösterlichen Leben teilzunehmen. Klar, dass die plötzliche Stille für so manchen schier nicht auszuhalten ist. Kein lautes Reden, kein Radio, kein Netflix und kein Smartphone lenken von (oft verdrängten) Lebensfragen ab. Plötzlich ist da nur die Stille.

In der Stille Gott finden?

Nicht wenige erhoffen sich vom „Kloster auf Zeit“ eine besondere spirituelle Erfahrung. Es scheint die Möglichkeit zu sein, Gott zu begegnen. Und eines trifft sicher zu: Wer sich auf die Suche nach Gott macht, hat die entscheidende Frage gestellt. Schon zum Propheten Amos sagt Gott:

„Sucht mich, so werdet ihr leben.“ (Die Bibel, Amos 5,6)

Doch wo ist Gott zu finden? Tatsächlich hinter Klostermauern? Vielleicht. Aber auf jeden Fall nicht nur.

Viele Zeitgenossen von Jesus waren überzeugt, dass der Tempel in Jerusalem der Ort ist, an dem Gott gegenwärtig ist. Dort beteten Männer und Frauen Gott an; Himmel und Erde berührten sich. Als Jesus einmal mit einer Frau darüber redete, die anders darüber dachte, gab er ihr eine interessante Antwort:

„Aber die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo Menschen Gott als den Vater anbeten werden, Menschen, die vom Geist erfüllt sind und die Wahrheit erkannt haben. Das sind die wahren Anbeter; so möchte der Vater die haben, die ihn anbeten.“ (Die Bibel, Johannes 4,23)

Gott ist überall zu finden

Wahre Anbetung macht sich nicht an einem bestimmten Platz fest. Nicht einmal an der Stadt Jerusalem, die bis heute als ein besonders heiliger Ort gilt. Jesus sagt, dass eine neue Zeit angebrochen ist. Es würde keine Rolle mehr spielen, ob man sich bei der Suche nach Gott an einem bestimmten Ort aufhält.  Nun kann man immer und überall auf dieser Erde mit Gott in Kontakt treten. Ist das nicht genial?

Doch warum ist das so? Warum leben wir in einer neuen Zeit? Jesus ist mit seinem Auftreten selbst der Grund. Mit ihm beginnt eine neue Zeitrechnung. Mit Jesus sucht Gott uns Menschen dort auf, wo wir sind. Die ganze Geschichte von Jesus zeigt, dass Gott auf der Suche nach dem Menschen ist. Dabei hielt er sich nicht an die Auswahlkriterien, die andere vorgegeben hatten. Das war für manche ärgerlich und sie sagten: „Dieser Mensch – nämlich Jesus – gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen!“  Doch für andere war es gerade die Ermutigung: Ja, Gott will auch mit mir zu tun haben. Ich darf kommen.

Gott redet

Wenn du dich also auf die Suche nach Gott machst, ist es gar nicht notwendig, ins Kloster zu gehen. Gott lässt sich dort finden, wo du gerade bist, mitten im Alltag. Stille ist dabei sicherlich von Vorteil, denn dann hörst du seine Stimme besser. Stimme? Ja – Gott redet! Auch heute noch! Wer in seinem Wort, der Bibel, liest, erfährt wie Gott über diese Welt und einen selbst denkt. Probiere es doch mal aus. Lies zum Beispiel jeden Tag 15 Minuten im Lukasevangelium. Bete dabei, dass Gott sich von dir finden lässt – er wird es tun.

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