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„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …“ Ein Lichtlein, schon lange nicht mehr – oder? Millionen, ja Milliarden von Lichtern – LEDs, Lichterketten, echte Kerzen, künstliche Kerzen, beleuchtete Weihnachtsmänner, die die Fassaden hochklettern – überall glitzert, blinkt, brennt und funkelt es. Weihnachten ist ein Fest, das zu einem Milliardengeschäft geworden ist. Wir werden bombardiert mit Rabattaktionen und Sale-Angeboten. Man verspricht uns das Blaue vom Himmel. Doch was bekommen wir? Sind es nicht viele Dinge, die wir nicht einmal wirklich brauchen? Und kaufen tun wir´s doch wieder. Wie erreichen die Werbestrategen das? Sie schaffen es, indem sie Sehnsucht in uns wecken.
Sehnsüchte im Advent
Etwa die Sehnsucht nach der heilen Welt. Eine Zeit der Heimeligkeit, Gemütlichkeit und gutem Essen. Aber auch nach lieben Kindern und Verwandten. Weihnachten drückt auch die Sehnsucht nach Barmherzigkeit aus. Nie wird so viel gespendet wie in der Weihnachtszeit. Es scheint eine Zeit zu sein, in der die Herzen und Geldbeutel offenstehen. Immer um die Feiertage herum taucht eine Sehnsucht nach Geborgenheit und Nächstenliebe auf. Eben: die Sehnsucht nach Frieden. Und noch eine Sehnsucht lässt sich in diesen Tagen im Advent beobachten: Die Sehnsucht nach Schönheit in einer Welt, die in vieler Hinsicht so kaputt ist und so kalt erscheint. Dann wollen wir es uns wenigstens zu Hause schönmachen.
So führen alle Sehnsüchte, die gerade zu Weihnachten hochkommen, zu einer Sehnsucht, der Sehnsucht nach Erlösung. Endlich raus aus dem Elend dieser Welt. Erlösung von körperlichem Schmerz, von Einsamkeit, von Schmutz und Schund, von Schuld, die Menschen zu Zombies werden lässt. Der Ruf nach einem Retter, das ist die Sehnsucht, die in uns steckt.
Der Kern von Weihnachten
Was war noch einmal der Kern von Weihnachten? Wir singen zu Weihnachten: „Welt ging verloren, Christ ist geboren. … Christ der Retter ist da.“ Gott hat uns nicht vergessen in diesem Elend, er hat seinen Sohn Jesus geschickt. Darin besteht die Erlösung, eine machtvolle Erlösung.
Vielleicht hast du einen Adventskranz aufgestellt. Wie wäre es, wenn du es einmal so siehst: Das Licht wird angezündet, doch auf einem Kranz. Jesus trug als das Licht der Welt am Ende einen Dornenkranz. Der, der in der Krippe lag, wurde am Kreuz hingerichtet. Das ist der Kern der Weihnachtsbotschaft: Christus wird geboren, um sich letztlich als Mensch für uns am Kreuz hinzugeben. An unserer Stelle zu sterben. Jesus wusste, was auf ihn wartete. Er sagte „Ja“, weil er uns erlösen wollte. Es war ein „Ja“ für uns. Jesus Christus ist Gottes „Ja“ an uns.
Jesus schenkt Freiheit
So war er schon lange angekündigt worden. Etwa im Propheten Jesaja. Jesus las aus diesem Buch in der Synagoge seiner Heimatstadt vor und bezog genau diese Worte auf sich:
„Der Herr hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen und zerbrochene Herzen zu verbinden; den Gefangenen zu verkünden: „Ihr seid frei!“ und den Gefesselten: „Ihr seid los!“ (…) Und es wundert nicht, dass es bei solch einer befreienden Botschaft weiter heißt: „… Schmuck bekommen sie anstelle von Schmutz, Freudenöl statt Trauersack, Jubellieder statt Mutlosigkeit.“ (Die Bibel, Jesaja 61,3)
Gegen Jesus verblasst jede Dekoration
Ist es nicht das, was wir uns zutiefst wünschen? Wonach wir uns im Innersten sehnen? Eine Wendung, die unserem Leben wieder eine Schönheit gibt und Freude verbreitet? Dazu sind wir geschaffen. So sind wir von Gott gedacht.
Mit Jesus kommt ein Schmuck in unser Leben, der jede Dekoration blass aussehen lässt. Schmuck statt Schmutz. Mit Jesus kommt auch eine Freude in unser Leben, die jeden kurzlebigen Spaß weit überragt. Freude statt Trauer, Jubel statt Niedergeschlagenheit. In dem Sinne wird das Leben zu einem Fest. Auch deshalb, weil wir nie vergessen wollen, was jedem der an ihn glaubt mit Jesus wirklich geschenkt ist: Ein neues Leben.