Lametta aufhängen, Kerzen anzünden, Geschenke auspacken, Kartoffelsalat mit Würstchen – für viele Menschen sind diese Dinge typisch für Weihnachten. Aber auch Geschichten mit tieferem Sinn gehören für viele Menschen zum Fest dazu. Denn diese besondere Zeit im Dezember bietet viele kleine Momente, innezuhalten und sich darüber Gedanken zu machen, was im Leben wirklich zählt.
Weihnachten – das Fest der Liebe!
Nicht ohne Grund ist Weihnachten für viele Menschen das „Fest der Liebe“. In diesen Tagen nicht allein zu sein und die Gemeinschaft mit den Menschen zu genießen, die man liebt, zeichnet Weihnachten aus. Doch die Bezeichnung „Fest der Liebe“ hat auch mit der Bedeutung von Weihnachten zu tun. Denn der Ursprung von Weihnachten ist, dass Gott aus Liebe zu uns Mensch wurde: Gott wird Mensch.
Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard hat in einer bewegenden Geschichte versucht deutlich zu machen, was dieses Ereignis, das Christen an Weihnachten feiern, so einzigartig macht:
Weihnachtsgeschichte mit tieferem Sinn: Vom König zum Bauern
Ein König verliebte sich in ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, ohne adeligen Stammbaum und ohne Bildung. Es wohnte in einer armseligen Hütte und lebte als Bäuerin. Aber der König verliebte sich in diese Frau. Und er konnte nicht aufhören, sie zu lieben.
Aber dann machte sich im Herzen des Königs eine Sorge breit: Wie konnte er dieser Frau seine Liebe offenbaren? Wie konnte er die Kluft zwischen ihnen überbrücken?
Seine Ratgeber sagten ihm natürlich, er solle ihr einfach befehlen, seine Frau zu werden. Denn er war ein Mann, der alle Macht dazu besaß. Er hätte ihr befehlen können, in seinen Palast zu kommen, aber Macht kann keine Liebe erzwingen. Er könnte sich ihren Gehorsam sichern, aber erzwungene Unterwerfung war nicht, was er wollte. Er sehnte sich nach Vertrautheit und Liebe. Alle Macht der Welt kann die Tür eines Herzens nicht aufschließen. Sie muss von innen geöffnet werden.
Liebe kann man nicht erzwingen! Der König konnte die Frau auch in den Adel erheben, sie mit Geschenken überschütten, sie sogar zur Königin krönen lassen. Wenn sie seinen Reichtum, seine Macht und Größe sähe, wäre sie wahrscheinlich überwältigt. Wie könnte er dann aber jemals wissen, ob sie ihn wirklich liebte – um seiner selbst willen oder nur um all dessen willen, was er hatte und ihr gab?
Es gab nur eine Alternative, wie er sein Ziel erreichen konnte. Der König verließ seinen Thron, setzte seine Krone ab, legte sein Zepter weg und zog seinen Purpurmantel aus. Er wurde selbst zum Bauern. Er nahm nicht nur die äußere Gestalt eines Bauern an, sondern sein ganzes Leben, sein Wesen, seine Last. Auch wenn das ein großes Risiko war – dann würde sich ehrlich und klar zeigen, wie es um die Liebe des Mädchens bestellt sei.
Die Bedeutung von Weihnachten: der heruntergekommene Gott
Genau dieses Risiko ist Gott eingegangen, als er in Jesus Christus Mensch wurde. Er erniedrigte sich selbst, um die Liebe der Menschen zu gewinnen. Er ist heruntergekommen, und machte sich noch viel kleiner als der König in der Geschichte:
„Er (Jesus), der Gott in allem gleich war und auf einer Stufe mit ihm stand, nutzte seine Macht nicht zu seinem eigenen Vorteil aus. Im Gegenteil: Er verzichtete auf alle seine Vorrechte und stellte sich auf dieselbe Stufe wie ein Diener. Er wurde einer von uns – ein Mensch wie andere Menschen.“
Philipper 2,6-7
Das ist der Sinn und die Bedeutung von Weihnachten. Und es lohnt sich, genauer hinzuschauen, wie dieses Ereignis seinen Anfang nahm – denn es begann ganz unscheinbar.
Die Geburt von Jesus – ein unscheinbarer Anfang
Vor etwa 2.000 Jahren herrschte Kaiser Augustus in Rom. Am Rande des Reiches gab es die Provinz Judäa. Was sich dort abspielte, lag nicht im allgemeinen Interesse. Erst recht nicht, was in einem kleinen Dorf wie Bethlehem passierte. Doch dort geschah genau das, was bis heute der eigentliche Anlass für das Weihnachtsfest ist: Die junge Frau Maria bringt in einem Viehstall unter unvorstellbar schlechten Bedingungen ihr erstes Kind zur Welt. Mit ihrem Mann Josef nennt sie das Kind „Jesus“ – was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Gott rettet“.
Zur gleichen Zeit hatten Hirten auf dem Feld eine Begegnung besonderer Art. Ein Engel erschien am Himmel und richtete ihnen eine Botschaft aus:
„Ihr braucht euch nicht zu fürchten! Ich bringe euch eine gute Nachricht, über die im ganzen Volk große Freude sein wird. Heute ist euch in der Stadt Davids ein Retter geboren worden; es ist der Messias, der Herr.“
Lukas 2,10-11
Und so viel verstanden sie: Wenn das wahr ist, dann beginnt jetzt eine neue Zeit.
Bis heute scheint die Geburt Jesu relevant zu sein. Immerhin feiern Christen sowie Nicht-Christen Weihnachten mit nicht nachlassendem Eifer. Überzeugte und Suchende, Skeptiker und Gleichgültige, Junge und Alte, im Westen wie im Osten. Das ist schon erstaunlich.
Gott sehnt sich danach, dass wir ihn lieben
Ähnlich wie in der Geschichte des Königs, der zum Bauern wurde, ging Gott das Risiko ein, verkannt zu werden. Und so gab es nicht nur Menschen, die ihm folgten, sondern auch viele, die ihn bekämpften. So sehr, dass sie am Ende sagten: „Kreuzige ihn!“ Jesus starb dann tatsächlich am Kreuz. Doch dieser Tod war kein gewöhnlicher. Er, der seit seiner Geburt nichts Schlechtes getan oder gedacht hatte, starb an unserer Stelle. Am Kreuz zeigt Gott seine Liebe zu uns am deutlichsten. Dort bezahlt er selbst für unsere Schuld.
Wahrscheinlich wäre diese Geburt wie viele andere in Vergessenheit geraten – hätte dieses Kind als Erwachsener nicht genau das gesagt und getan, was er sagte und tat. Er heilte Kranke. Er machte die Liebe Gottes in einer Weise deutlich, dass Menschen Hoffnung schöpften. Er schenkte denen einen Neuanfang, die sich in Schuld verstrickt hatten. Und nach drei Tagen hieß es: Er lebt! Der Tod konnte ihn nicht halten. Er war auferstanden.
So macht er den Weg frei, damit wir Menschen wieder in Beziehung zu ihm, unserem Schöpfer, treten können.
Jesus kommt zu dir
Alles begann damit, dass eine junge jüdische Frau in einem armseligen Stall ein Kind zur Welt brachte. Was dort begann, hat mit uns heute zu tun. Gott macht sich auf den Weg zu uns. In Jesus Christus bleibt er nicht im Himmel, sondern kommt zu uns auf diese Erde – und sicher nicht ohne Grund an solch einen armseligen Ort. Er will uns unmissverständlich zeigen, dass es keinen noch so erbarmlichen Ort gibt, an dem er uns nicht begegnen könnte.
Er sucht die Menschen dort auf, wo sie sind. Er zeigt nicht mit dem Finger auf sie und meint: „Gebt euch mehr Mühe!“ Nein, er streckt ihnen die Hand entgegen, die sie ergreifen dürfen. Und er sagt ihnen: „Ihr dürft heimkommen. Ihr werdet erwartet. Ihr werdet nicht verurteilt. Ihr dürft neu anfangen.“
Weihnachten als Wendezeit
Wie reagierst du auf diese unglaubliche Liebe? Wie wäre es, wenn du dieses Weihnachten als das erlebst, was es ist: als Wendezeit. Es wird dein Leben so sehr verändern, dass du von einer Zeitenwende, ja von einer Lebenswende sprechen kannst. Nichts anderes ist gemeint, wenn die Bibel von Umkehr spricht – der Rückkehr zu dem Gott, der auf dich wartet.
Du darfst mit Gott ins Gespräch kommen. Du kannst ihm danken für sein Entgegenkommen in Jesus, dem Retter. Sag ihm alles, was dich belastet und bitte ihn um Vergebung. Dann wird Weihnachten für dich zu einem Tag, an dem du reich beschenkt wirst.