Ich habe einen Traum

4. April 2018

Heute vor 50 Jahren wurde Martin Luther King ermordet. Unvergessen ist seine Rede „I have a dream“. Denn jeder von uns sehnt sich nach Freiheit. Wer unser Befreier ist, liest du im neuen Blog.

Statue Martin Luther King als Blogbild für Ich habe einen Traum

Geschätzte Lesezeit: 4:20 Minuten

Er steht vor 250.000 Menschen. Langsam geht er zum Mikrofon. Er holt seinen Zettel mit dem Manuskript heraus. Er beginnt seine Rede, aber die Menschen reagieren verhalten. In einer Kunstpause ruft ihm jemand zu: „Erzähl das mit dem Traum, Martin.“ Er steckt das Manuskript in die Tasche und setzt erneut an. Er beginnt leise und langsam. Dann kommt immer mehr Feuer in seine Rede. Seine Stimme wird lauter. Die Leute hängen an seinen Lippen. Es bricht aus ihm heraus:

„Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages diese Nation erheben wird und die wahre Bedeutung ihrer Überzeugung ausleben wird: Wir halten diese Wahrheit für selbstverständlich: Alle Menschen sind gleich erschaffen. Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können. Ich habe einen Traum, dass eines Tages selbst der Staat Mississippi, ein Staat, der in der Hitze der Ungerechtigkeit und in der Hitze der Unterdrückung verschmachtet, in eine Oase der Freiheit und Gerechtigkeit verwandelt wird. Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt. Ich habe heute einen Traum!“

Mehr als ein Traum

Es ist nun über ein halbes Jahrhundert her, dass Martin Luther King die berühmte Rede „I have a dream“ gehalten hat. Es war am 28. August 1963 in Washington vor dem Lincoln Memorial. Es war eine der großen Reden im letzten Jahrhundert. Es war ein Traum – und doch mehr. Es war eine Hoffnung, die sich aus der Bibel speiste und aus der Erfahrung, die Menschen mit ihrem Gott gemacht hatten. Dabei gibt es eine Geschichte in der Bibel, die es den Schwarzen besonders angetan hatte: Der Exodus, der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Es war das Befreiungserlebnis für Israel. Es gab eigentlich keine Hoffnung, dass sich ihre Situation der Sklaverei in Ägypten je ändern würde. Ein Volk ohne eine Chance. Doch sie wurden auf wunderbare Weise aus der Sklaverei geführt.

Sklaven der Sünde

Alles, was sie jetzt tun sollten, sollten sie als befreites Volk tun. Sie sollten sich immer darüber im Klaren sein, dass sie als befreites Volk nie wieder falsche Bindungen eingehen sollten. Keine Bindungen an Göttervorstellungen, die weniger sind als sie. Keine Bindungen an etwas, was die Beziehung zu Gott zerstört. Und keine Bindungen, die das gute Verhältnis zu anderen Menschen zerstört. Wir dürfen uns nichts vormachen: Alles, was uns und andere zerstört, hat mit Bindungen zu tun. Jesus ist hier unmissverständlich, wenn er sagt:

„Ich sage euch: Jeder, der sündigt, ist ein Sklave der Sünde.“ (Die Bibel, Johannes 8,34)

Sünde ist ein Sklavenhalter

Ich weiß, dass das Thema „Sünde“ heute vielfach belächelt wird. Ja, man kann noch von Schuldgefühlen reden. Aber Sünde als Schuld, die belastet und von Gott entfremdet, das sei doch von gestern. Mit dieser Sicht mag man noch relativ gut leben können, wenn es einem gut geht. Doch das Lächeln kann uns schnell vergehen, wenn wir die zerstörerische Wirkung der Sünde zu spüren bekommen: wenn Ehen zerbrechen, Geschäfte durch Betrug platzen, der Ruf durch Verleumdung geschädigt wird, der Körper gewaltsam verletzt wird oder die Seele durch Mobbing zerstört wird. Spätestens dann merken wir, dass es bei Sünde nicht nur um Gefühle geht. Es geht um weit mehr; es geht um Existenzielles.

Die Diagnose der Bibel ist hier wenig schmeichelhaft. Paulus kommt etwa zu dem Schluss:

„… alle [Menschen] haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck.“ (Die Bibel, Römer3,23)

Gemessen an dem, wie Gott sich unser Leben gedacht hat, versagen wir alle. Wir befinden uns wie in einer Gefangenschaft, aus der wir befreit werden müssen.

Jesus, der Befreier

Das Volk Israel erinnerte sich immer wieder an seine Befreiung. Jährlich feierten sie diese Befreiung mit dem Passafest. In dieser Nacht des Festes sollten sie sich bewusstmachen, dass sie nur deshalb noch als Volk existierten, weil sie vor Jahrhunderten, ja vor Jahrtausenden aus Ägypten befreit worden waren. So feierte auch Jesus mit seinen Jüngern dieses Passafest. Doch er veränderte es an einer entscheidenden Stelle. Er deutete das Brot, das gebrochen und verteilt wurde, auf seinen Körper. Sein Leib sollte auch gebrochen werden, und zwar am Kreuz. Er würde sich selbst opfern, um die Menschen von ihrer Sünde zu befreien. So teilte er auch den Becher mit Wein unter seinen Jüngern und deutete es auf sein Blut. Auch das ist ein deutlicher Hinweis auf sein Opfer. Das Blut steht für das dahingegebene Leben. Und von diesem Blut sagt er:

„Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele zur Vergebung der Sünden vergossen wird.“ (Die Bibel, Matthäus 26,28)

Befreiung aus dem Gefängnis der Sünde

Befreiung durch Vergebung, das ist die Botschaft von Jesus. Dafür steht er, vielmehr dafür stirbt er. Wenn schon die Befreiung aus Ägypten für das Volk Israel so bedeutend war, dann diese Befreiung noch weit mehr. Mit dem Opfertod von Jesus ist die Befreiung aus der Sündenversklavung für alle Menschen möglich geworden. Möglich für den, der so befreit werden will und so befreit leben möchte. Das hat Jesus versprochen:

„… wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei.“ (Die Bibel, Johannes 8,36)

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