Warum? Gedanken zu Krankheit und Leid

16. April 2020

Gott, warum? Diese Frage stellen viele, wenn sie krank werden oder großes Leid erleben. Was gibt Trost in solch schweren Zeiten?

Medizinische Maske mit Medikamenten als Blogbild für Warum? Gedanken zu Krankheit und Leid

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Warum? Es gibt keine Frage, die Menschen öfter in den Sinn kommt, wenn sie Leid gegenüberstehen oder mittendrin sind. Krankheit kann das Leben unerbittlich aufteilen: in das helle Gestern und in das dunkle Heute. Es kommt einem Weltuntergang gleich, wenn der Körper nicht mehr mitspielt. Wenn unser eigener Leib uns fremd wird, vielleicht sogar als Feind empfunden wird. Wenn tiefe Erschöpfung uns zeigt, dass wir nicht mehr können. Wenn gestern noch alles gut schien – und heute das Leben vor dem Abgrund steht.

Leidige Tröster

Die Krankheit hat ja nicht nur eine körperliche Seite, obwohl die schon schlimm genug ist. Aber dann gibt es noch die Innenseite: Menschen, ja sogar Freunde, werden uns gegenüber unsicher. Sie werden einem fremd. Und dann die hilflosen bemitleidenden Blicke. Als könnte man etwas dafür! Oder diese Kopf-hoch-Appelle. Diese Hinweise auf neue Heilverfahren. Und dann auch noch diese moralischen Appelle: „Anderen geht es ja noch viel schlimmer.“ Als ob sich Leid in leichter und schwerer aufteilen ließe. Und dann noch dies: „Wer weiß, wozu es gut ist! Überleg doch mal, was deine Krankheit dir zu sagen hat!“ Es gibt ein ganzes Buch in der Bibel, das sich mit solchen und ähnlichen leidigen Tröstungen auseinandersetzt: Das Buch Hiob. Hiob meint nicht ohne Grund zu seinen Freunden: „Ihr seid allzumal leidige Tröster!“ (Die Bibel: Hiob 16,2)

Sterben gehört zum Leben

Die Frage nach dem Warum bleibt. Weil es keine wirkliche Erklärung gibt, muss man akzeptieren, dass das Leid zum Leben gehört: Krankheit, Tränen, Schmerz und Tod sind Realität. Es führt kein Weg an der Einsicht vorüber, dass Gott dem noch nicht Einhalt gebietet. Ist er zu Recht der, dem wir unser Leid ins Gesicht schreien müssen? Oder könnte es sein, dass unsere Vorstellung von Gott erweitert werden muss, damit wir nicht ständig an der falschen Stelle suchen?

Wie ist Gott?

Wir können Gott nicht sehen. Keiner von uns. Deshalb sind wir ganz darauf angewiesen, dass er sich selbst zeigt, sich selbst „offenbart“. Und er hat sich selbst zu erkennen gegeben. Am Anfang des Johannes-Evangeliums heißt es:

Niemand hat Gott je gesehen. Der einzige Sohn hat ihn uns offenbart, er, der selbst Gott ist und an der Seite des Vaters sitzt. (Die Bibel: Johannes 1,18)

Und Jesus selbst sagt von sich:

„Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ (Die Bibel: Johannes 14,9)

Wenn das so ist, dann stellen sich Fragen: Wie ist Jesus? Wie ist er zu uns? Wie ist er zu denen, die leiden?

Jesus und die Kranken

Jesus von Nazareth. Mit ihm war in Israel ein Mann aufgetreten, der die Welt verändern sollte. Ein Zimmermann, ein Wanderprediger und ein Lehrer mit einem Jüngerkreis. Das allein hätte die Welt nicht auf den Kopf gestellt. Doch wer ihm begegnete, wurde berührt wie nie zuvor. Jesus redete wie kein anderer und man konnte ihm vertrauen. Er sprach mit den Armen und Kranken, nahm sie in den Arm. Damit wollte er ihnen deutlich zeigen und sie spüren lassen: „Ihr seid nicht von Gott verlassen.“ Bisher hatten sie in ihrem Umfeld gerade das Gegenteil erlebt: Wir wollen euch nicht. Ihr seid uns unangenehm und lästig. Und dann noch dies: Ihr seid ja wohl selber schuld. Jesus dagegen hatte keine Berührungsängste und viele heilte er.

„Kommt her zu mir“, rief er, „kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken! (Die Bibel: Matthäus 11,28).

Jesus zeigte: „Krankheit hat nicht das letzte Wort in eurem Leben. Gott hat kein Vergnügen an eurem Leid. Ich will euch zeigen, dass ihr von Gott grenzenlos geliebt seid. Ja, gerade ihr.“

Mitten im Leid ist Jesus nah

Wer ist bei Gott besonders angesehen und geliebt? Die Gesunden und Starken, die gut Gebildeten und vor Fitness Strotzenden? Nein, er ruft die Mühseligen und Beladenen: „Kommt her, für euch bin ich da.“ Für die Kranken und die Überforderten und für die, die an der Schwelle des Todes stehen und sich fürchten. Manchmal – warum auch immer – ändert Jesus noch nicht unsere Lebenslage, aber er ändert unser Innerstes. Manchmal führt er uns nicht am schweren Leben vorbei, sondern mitten hindurch.

Viele, die großes Leid erleben, sagen: „Jesus ist mir nah und gibt mir Kraft. Mit ihm ist es anders als es ohne ihn wäre. Ihm darf ich alles sagen und weiß mich verstanden. Er selbst ist den Weg des Leidens gegangen. Auch wenn ich schwach bin, bin ich von Gott geliebt. Ich weiß, ich habe eine Zukunft jenseits meiner Krankheit. Es geht mir jetzt um das Wesentliche. Jesus gibt mir Kraft in meinen Grenzen. Und er ist es auch, der am Ende steht und auf mich wartet.“ Das mag dir das als Vertröstung erscheinen. Doch in Wahrheit ist es der einzige Trost im Leben und im Sterben, sich durch Jesus Christus Gott zugehörig zu wissen. Wenn du jemanden zum Reden brauchst, melde dich bei uns.

Gabi lag mit einer Blutvergiftung mit 29 Jahren quasi im Sterben. Wie sie in dieser leidvollen Situation Gott erlebte, erzählt sie im Video.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Weitere Blogartikel

13. April 2023

An Ostern feiern Christen die Auferstehung von Jesus. Gibt es für dieses Wunder Indizien oder ist alles nur ein Märchen?

5. Januar 2023

Jeden Menschen gibt es nur ein einziges Mal auf dieser Erde - auch dich. Gott hat dich wunderbar erschaffen und möchte eine Beziehung zu dir.

29. Dezember 2022

Das Jahr geht geht zu Ende – wie blickst du darauf zurück? Und wie fühlst du dich angesichts des neuen Jahres? Bei all unseren Hoffnungen, Wünschen, Sorgen und Ängsten hilft das Wissen: Gott ist dabei. Welche Zusagen er dir gibt, liest du neuen Blogbeitrag.