Wenn Kinder andere Wege gehen – 10 exklusive Tipps von Nicola Vollkommer

2. Dezember 2025

Alltagswelt Familie

Wenn die eigenen Kinder Jesus nicht nachfolgen, plagen Eltern oft Schuldgefühle. In ihrem Buch „Wenn Kinder andere Wege gehen“ gibt Nicola Vollkommer praktische Tipps für Eltern in dieser Situation. Wie findet man den Weg aus der Schuldspirale? Wie zeigt man den eigenen Kindern, wie ein Leben mit Jesus aussehen kann?

Eine Gruppe von Jugendlichen

Viele Eltern erleben es: Die eigenen Kinder leben ohne Jesus. Das führt zu lang anhaltenden Spannungen und Schmerz – bei Eltern, Geschwistern und den betroffenen Kindern. Sonntage können schwer sein, der Alltag herausfordernd, Beziehungen belastet. Die unterschwellige Frage der Eltern lautet oft: „Was haben wir falsch gemacht?“ Doch laut der Autorin und Mutter Nicola Vollkommer lädt Gott betroffene Eltern zu einem Perspektivwechsel ein: Raus aus der Schuldspirale, hin zu Vertrauen, Gebet und gelebter Hoffnung.

In Nicola Volkommers Buch „Wenn Kinder andere Wege gehen“ und im Interview in unserem Podcast machbar erklärt sie, wie Eltern mit ihren ungläubigen Kindern das Evangelium zuhause leben können: ohne Druck, aber mit Richtung und Grenzen. Hier ist eine Zusammenfassung mit 10 Tipps von Nicola Vollkommer:

Nicola Volkommer - Wenn Kinder andere Wege gehen

1. Hirte sein statt Ingenieur

Eltern haben die Aufgabe, Hirten zu sein. Sie können eine Weide und einen Schutzraum schaffen – geprägt von Liebe, Annahme, Sicherheit und Wahrheit -, in dem Gott wirken kann – ohne das Kind auf Knopfdruck formen zu müssen oder zu können. Es geht darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der das Kind näher zu Jesus kommen kann. Eltern dürfen Jesus dienen und die Kinder zur Lebensaufgabe machen. Der Erziehungserfolg lastet nicht nur auf den Eltern. In der Bibel werden Menschen nicht immer an ihrem erfolgreichen Familienstatus gemessen. Kinder haben die Freiheit, ihre eigenen Wege zu gehen. Laut Vollkommer ist es das heilige Recht der Kinder, sich für oder gegen Gott zu entscheiden. Du kannst als Kind Gottes noch so vorbildlich leben: Für den Weg des Glaubens müssen deine Kinder sich selbst entscheiden.

2. Bedingungslose Liebe

Die Kinder sind von Gott geliebt, unabhängig von ihren Entscheidungen. Diese Liebe sollen Kinder auch von ihren Eltern erfahren – selbst dann, wenn sie Entscheidungen treffen, die nicht durchdacht oder sogar falsch sind. Der Satz: „Ich liebe dich, auch wenn ich deine Entscheidung nicht gut finde“ baut Brücken und stärkt Beziehungen.

Du möchtest das Interview mit Nicola Vollkommer hören? Dann schau dir jetzt unsere machbar-Podcastfolge mit ihr an:

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3. Leben statt reden

Die Authentizität schlägt die Rhetorik. Eltern sind – genau wie ihre Kinder – fehlerbehaftete Menschen. Wir haben alle Fehler gemacht. Bitte deine Kinder um Vergebung, wenn du etwas falsch gemacht hast. Zeige, wie du mit Schuld, Zweifel und Angst umgehst. Präge eine Kultur der Vergebung und Annahme. Dieser Lebensstil prägt sich bei deinen Kindern ein – auch wenn die Frucht manchmal erst viel später zu sehen ist. Wenn deine Worte nicht zu deinem Leben passen, ist es sehr wahrscheinlich, dass deine Kinder sich noch weiter von dir . Wenn die Situation es ergibt, dass fragen: „Willst du meine Meinung hören?“ Wir wissen nie, wenn Situationen wieder Türen fürs Gespräch öffnen. Bereit sein auf Abruf.

4. Werte vermitteln

Unabhängig davon, ob die Kinder mit Jesus leben oder nicht: Es gibt gewisse Werte und Normen, an die sich Kinder halten sollen (genauso auch für Eltern, allerdings thematisieren wir diese an dieser Stelle nicht). „Ehre Vater und Mutter“ ist ein Grundprinzip, das eingefordert werden darf –  unabhängig von dem aktuellen Glaubensstand und Alter der Kinder. Diesen und andere biblische Werte ohne Liebesentzug zu hochzuhalten, ist eine wichtige Praxis. Segensverse an den Wänden, die offene Bibel auf dem Tisch, Tischgebete, … – dies fördert die biblischen Werte. Wenn alltägliche Pflichten – wie Hausaufgaben – wichtig sind, wie viel mehr dann die Auseinandersetzung mit Ewigkeitsfragen. Diese Werte sollen nicht aus Angst vor Konflikten oder der Sehnsucht nach Harmonie verbogen werden – sie stehen fest. Es gilt eine starke, selbstverständliche christliche Familienkultur zu prägen und zu fördern. Wenn Eltern mit Jesus leben, hat das einen Einfluss auf das ganze Haus.

5. Grenzen setzen, freundlich bleiben

3 Jugendliche stehen selbstbewusst mit verschränkten Armen da

Basierend auf den biblischen Werten kann es begründete Hausregeln geben (Respekt, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Vergebungsbereitschaft, …). Diese Grenzen und Regeln können und sollen in der Praxis umgesetzt werden und zu konkreten Erwartungen führen; z.B. in der Hausarbeit, dem Medienkonsum oder Belohnungen. Das Ganze soll in einem freundlichen, gewinnenden Ton geschehen – und dennoch nachdrücklich, klar und konsequent (Eph 6,4). Das Haus der Eltern, die Regeln der Eltern – aber ohne die Kinder zu vergraulen. Hier müssen Eltern Jesus um Weisheit bitten, die richtige Sache im richtigen Ton zu vermitteln. Eltern sollen sich nicht schikanieren lassen. „Wenn es eine Möglichkeit gibt, das Leben der Kinder zu gewinnen, ist es, dass Eltern ihr eigenes Leben zurückgewinnen“, so Vollkommer. Lebe dein Leben mit dem Herrn, denn das ist eine herrliche, erfüllende Sache – und ärgere schikanierende Kinder durch deine Fröhlichkeit, so Vollkommer. Oftmals schätzen Kinder rückblickend die guten Grenzen, die Eltern gesetzt haben. Viele Eltern fassen ihre Kinder zu oft mit Samthandschuhen an.

6. Leben in zwei Familien

Jesus unterscheidet zwischen den Blutsverwandten und der geistlichen Familie (Lk 8,21). Jesus definiert Familie um. Jesu leibliche Brüder waren eine Zeitlang gegen ihn. Spannung in der Familie haben wir oft mit nichtchristlichen Familienmitgliedern. Lade geistliche Personen und Vorbilder in euer Haus ein, die deine Kinder auf dem Herzen haben. Der Bonus: Du lebst und zeigst gleichzeitig biblische Gastfreundschaft. Pflege die Beziehungen zu Menschen, die dein Kind positiv prägen und Schritte auf Jesus hinführen können. Lade die geistliche Familie ein, für deine Kinder zu beten (und nicht zu tratschen…). Mach deinen Kindern die Gemeinde und die Gemeinschaft schmackhaft – sorg dafür, dass sie gerne in die Gemeinde gehen; auch durch dein eigenes Vorbild! Kinder müssen in der Gemeinde pubertieren dürfen und Fragen stellen können. Ein Plädoyer an die Männer als Vorbilder in den Gemeinden: Es ist gesund, wenn Männer Kinderdienst machen und bei den kleinen Kindern sind – und nicht nur auf den Kanzeln. Das ist ein kraftvolles Vorbild und unterstreicht, wie wichtig Kinder der Gemeinde sind.

7. Fragen erlauben

Zuhause dürfen Zweifel angesprochen werden. Auch die Unwissenheit oder Unsicherheit der Eltern darf Raum haben. Höre zu, sprich weniger, vermeide impulsiven Zorn (Jak 1,19). Frage nach und versuche zu verstehen. Bleib mit deinen Kindern im Gespräch und erarbeitet gemeinsam Antworten. Es soll ein Rahmen von Beziehungen geschaffen werden, die den Raum für die wichtigen Fragen der Kinder eröffnen – Kinder sollen alle Fragen loswerden. Die Anziehungskraft von Beziehungen ist immer noch stärker als Social Media. Und auch für Eltern ist der Austausch wichtig: Welche Dinge beschäftigen andere Familien? Welche Ideen haben sie?

8. Im Gebet dranbleiben

Gebet ist wichtig! Bete konstant und konkret (1Thess 5,17). Gott liegen deine Kinder auf dem Herzen! Gott kennt dein Kind besser als du. Er will dich in deinem Ringen nicht alleine lassen, sondern dir zur Seite stehen! Notiere kleine und große Gebetserhörungen. Und bete gemeinschaftlich: Wenn möglich, mit deinem gläubigen Ehepartner; oder mit anderen geistlichen Familienmitgliedern – ohne die Kinder bloßzustellen und ohne in Tratsch zu verfallen. Mit dem Ziel, dem Kind gemeinsam zu helfen. Das Gebet bringt dein Kind und dich vor Gottes Thron – und Er kann dir Frieden und Hoffnung schenken.

9. Beziehungen pflegen ohne Agenda

Sei immer offen, auf dein Kind zuzugehen. Unternehmt gemeinsame Aktivitäten, lebt Humor und kleine gemeinsame Rituale. Das Kind ist dein Kind – unabhängig davon, ob es mit Jesus lebt oder nicht. Eure Beziehung ist die Grundlage für die Aufnahme von Worten und Gedanken, die dein Kind zu Jesus hinführen. Wenn dein Kind sich von dir distanziert, dann signalisieren: Ich bin da für dich und freue mich darauf, dich wieder in den Arm zu nehmen. Du bist und bleibst mein geliebtes Kind.

10. Langfristig Hoffen

Erwarte nicht die sofortige Wende. „Get on with your life!“, so Vollkommer. Gott kann schnell handeln – macht es aber nicht immer. Sogar der perfekte Vater im Himmel hat verlorene Kinder. Er weiß, wie es sich anfühlt. Vertraue auf Gott und sein langfristiges Wirken an deinem Kind und dir. Diesen Teil müssen wir Gott überlassen. Vertraue darauf, dass Gottes Worte nicht leer zurückkehren. Vertraue darauf, dass du in ihm sicher und zufrieden sein kannst – unabhängig von dem Weg deiner Kinder. Deine Identität ruht in Christus – nicht in einem perfekten Familienbild.

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