Alles zur Bibel TV Plakataktion
Dein Einstieg für Gespräche über den Glauben

17. März 2026

Von Januar bis Mai 2026 weisen rund 30.000 Plakate deutschlandweit auf Gott hin. Was hinter der Bibel TV Plakataktion steckt und wie du sie ganz natürlich als Anlass für evangelistische Gespräche nutzen kannst, erfährst du hier.

Hast du sie schon bemerkt? Plakate mit Botschaften wie „Er liebt dich” oder „Was hilft gegen meine Einsamkeit?” – groß, unübersehbar, direkt und zu finden in ganz Deutschland. Dahinter steckt die überkonfessionelle Bibel TV Stiftung mit ihrer Kampagne „Die Erinnerung 2026″. Bis Mai 2026 sollen rund 30.000 Plakate deutschlandweit auf Gott hinweisen – vollständig spendenfinanziert.

Das Besondere an der Aktion: Die Aussagen sind laut Bibel TV in einem monatelangen Prozess und auf der Grundlage einer intensiven Marktforschung ausgewählt worden. So sind Aussagen gefunden worden, die vor allem kirchenferne Menschen ansprechen sollen.

Wichtig ist aber auch zu wissen: Die Aussagen sind nicht selbsterklärend. Es kann also sein, dass du sie anders formuliert hättest oder gar theologisch nicht für sich stehen lassen willst. Und trotzdem kannst du sie als Aufhänger für Gespräche in deinem Umfeld nutzen.

In diesem Artikel stelle ich dir alle sieben Botschaften der Bibel TV Plakataktion vor und gebe dir Anregungen, wie du sie im Gespräch mit deinem Nächsten gebrauchen kannst – authentisch und ohne Druck.

Plakate als Gesprächsöffner – wie du sie geschickt nutzt

Im Grunde gibt es zwei naheliegende Wege, wie du die Bibel TV Plakate in Gespräche einbringen kannst: Entweder wirst du von deinen Mitmenschen direkt darauf angesprochen – das ist natürlich der Jackpot. Genauso aber kannst du selbst die Initiative ergreifen. Zwei praktische Beispiele:

  • Stell dir vor, du kommst morgens zur Arbeit und dein Kollege fragt dich, ob du auch das große Plakat mit der Frage „Wer mag mich, so wie ich bin?” gesehen hast. Oder dein Nachbar spricht dich am Gartenzaun bzw. im Treppenhaus auf das große Plakat mit der Aufschrift „Lerne den kennen, der dich unendlich liebt” an. Eine Steilvorlage für ein weiterführendes Gespräch – und doch gilt es jetzt, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen und sie dadurch versehentlich wieder zu schließen. Hat dein Gesprächspartner eine direkte Frage an dich gerichtet, beantworte sie und stelle anschließend selbst eine Rückfrage. So förderst du den Dialog. Du kommst nicht ins Predigen, sondern holst dein Gegenüber da ab, wo er steht. Du findest heraus, was er braucht, um einen Schritt auf Jesus zugehen zu können.

  • Möchtest du selbst die Initiative ergreifen, empfehle ich dir, eines der drei Plakate aufzugreifen, die eine Frage in den Raum werfen. So schiebst du deinem Gegenüber den Ball zu. Du gibst deinem Gesprächspartner die Chance, sich selbst Gedanken darüber zu machen. Du kannst beispielsweise deinen Nächsten fragen, ob er das Plakat mit der Frage „Wer mag mich, so wie ich bin?” gesehen hat. Egal, ob er dies bejaht oder verneint, du kannst ihm diese Frage einfach erst einmal stellen und das Gespräch anhand seiner Antwort dann in ähnlicher Weise weiter aufbauen wie im ersten Beispiel.

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Fragen stellen statt Predigen – warum das der bessere Weg ist

Oft unterschätzen wir, was gut gestellte Rückfragen in evangelistischen Gesprächen positiv bewirken können. In einem Kurs über Apologetik – also die Kunst, den christlichen Glauben zu erklären und zu verteidigen – ist mir genau dieser Punkt hängen geblieben: Stelle Fragen! Ein Bibelvers hat mich dazu besonders ermutigt: „Seid jederzeit bereit, Rechenschaft über eure Hoffnung zu geben – aber mit Sanftmut und Respekt” (1. Petrus 3,15). Für mich stecken darin zwei einfache, aber kraftvolle Prinzipien: Sei offen und immer bereit, über den eigenen Glauben zu sprechen. Aber tu es mit der richtigen Haltung – nicht arrogant oder belehrend, sondern freundlich, demütig und respektvoll.

Unserem Gegenüber im Gespräch immer wieder Rückfragen zu stellen, bewahrt uns davor, diese Haltung zu verlassen. Denn was passiert, wenn wir in Gesprächen über den Glauben unserem Gegenüber Fragen stellen? Wir lassen ihn seine Weltanschauung selbst beleuchten und hinterfragen. Oftmals merken Menschen dadurch viel eher, dass ihre Ansichten auf wackeligen Beinen stehen, als wenn wir versuchen, ihnen dies deutlich zu machen. Erst diese Erkenntnis bietet dann eine gute Gelegenheit, unseren wunderbaren, dreieinigen Gott ins Spiel zu bringen, auf den man sich im Vergleich dazu verlassen kann. Fragen stellen zeigt unserem Gegenüber echtes Interesse – aber nur, wenn wir auch wirklich zuhören, statt innerlich schon die eigene Antwort vorzubereiten. Sam Chan bringt es in „Von Jesus reden, ohne komisch zu wirken” auf den Punkt:

„Evangelisiere so, wie du evangelisiert werden möchtest – und höre der anderen Person zuerst zu."
Sam Chan

Natürlich sollst du gut antworten, aber sehr oft verlieren wir unsere Aufmerksamkeit, wenn wir nur auf unsere Antwort fixiert sind. Es geht darum, unser Gegenüber in seinem Leben abzuholen und aufrichtiges Interesse zu zeigen – und nicht zu heucheln. Wo befindet sich dein Gesprächspartner aktuell im Leben? Welchen Teil des Evangeliums muss er gerade hören?

Das richtige Werkzeug zur richtigen Zeit

Stell dir das Evangelium in seiner ganzen Fülle wie einen Werkzeugkasten vor. Welchen Teil davon benötigt das Herz deines Gegenübers gerade? Ist sein Herz stolz und hart, benötigt es möglicherweise den Hammer, also das Gesetz Gottes. Ist es zerbrochen, benötigt es vielleicht den Pinsel, also die Gnade und Liebe Gottes. Bitte Gott darum, dir diese Gesprächsmöglichkeiten zu schenken und dir ein offenes und geduldiges Ohr zu geben. Bitte Gott auch um die Führung solcher Gespräche durch den Heiligen Geist.

Es ist dabei nicht unbedingt nötig, sofort über Weltanschauung oder Glauben zu reden, da das zukünftige Gespräche schnell verbauen kann – gerade mit Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen und Familienangehörigen. Du kannst ganz klein anfangen, indem du erst einmal Fragen zu ganz alltäglichen Dingen stellst und durch Freundlichkeit und Aufmerksamkeit Vertrauen aufbaust. Auf die Antworten kannst du bei der nächsten Begegnung direkt aufbauen. Auch kleine Schritte führen zum Ziel.

Dein Part – und Gottes Part

Verzage auch nicht, wenn du biblische Wahrheiten in das Leben deines Gegenübers sprichst und es scheint, als passiere nichts. Gott selbst gibt uns die wunderbare Verheißung, dass sein Wort immer das bewirkt, was ihm gefällt. Vertraue daher auf Gottes Souveränität und die Kraft seines Wortes: „Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, sie befruchtet und sie sprießen lässt, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es bewirkt, was mir gefällt, und führt aus, wozu ich es gesandt habe.” (Jesaja 55,10f)

Halte dir zudem vor Augen, dass Gott es ist, der den Samen im Herzen eines Menschen aufgehen lässt. Das nimmt dir den Druck von den Schultern, ohne deine Verantwortung als Alltagsmissionar zu negieren. Paulus beschreibt es in 1. Korinther 3,6 folgendermaßen: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben.”

Ich möchte dich auch dazu ermutigen, dir selbst täglich das Evangelium vor Augen zu führen und in ihm verwurzelt zu sein. Das Evangelium ist nicht einfach nur die Eingangstür zur Jesusnachfolge, sondern auch das Wohnzimmer, in dem du lebst. Diese beständige Vergegenwärtigung des Evangeliums erfüllt dich mit Dankbarkeit und Demut und hilft dir, auch im Gespräch mit deinem Nächsten ganz entspannt zu sein, weil du innerlich vorbereitet bist. Denn Jesus sagt selbst, dass wir das sagen, wovon unser Herz gefüllt ist (vgl. Matthäus 12,34; Lukas 6,45).

Betrachte alles, was du im Folgenden liest, als eine Hilfestellung für deine Gespräche und nicht als einen festgeschriebenen Gesprächsleitfaden. Schauen wir uns also zunächst die drei Plakate der Bibel TV Aktion an, die Fragen aufwerfen:

Bibel TV Plakat 1: „Wer mag mich, so wie ich bin?”

© Bibel TV

Diese Frage berührt ein tiefes menschliches Bedürfnis: Annahme und Wertschätzung. Der Wunsch, gemocht zu werden, begleitet uns vom Kleinkindalter bis ins hohe Alter. In unserer Gesellschaft ist dieses Gemochtwerden jedoch meist an Leistung geknüpft: Sei freundlich, sei brav, bring gute Ergebnisse – dann wirst du gemocht. Die Folge: Im Hintergrund schwingt stets die Angst mit, diesen Erwartungen nicht zu genügen und die Anerkennung zu verlieren. Besonders junge Menschen stehen heute durch Social Media unter besonderem Druck. Täglich wird suggeriert, wie man sich selbst bestmöglich zu optimieren hat, und nicht wenige messen ihren Wert an den eigenen Followerzahlen. Anerkennung ist in unserer Gesellschaft an Bedingungen geknüpft. An diesem Punkt kann man mit der Frage des Plakats wunderbar anknüpfen.

Denn bei unserem Schöpfer ist das anders. Bei Gott hängt unsere Anerkennung nicht an dem, was wir selbst leisten, sondern an dem, was er für uns geleistet hat. Jesus Christus hat für uns den Preis bezahlt, den wir selbst nicht zahlen konnten. Er trug unsere Sünden und unser Versagen ans Kreuz, um uns davon zu befreien. „Durch Gnade seid ihr gerettet!” schreibt Paulus in Epheser 2,4–5. Wer auf Jesus vertraut und ihm seine Sünden bekennt, dem wird sein makelloses, gerechtes und heiliges Leben angerechnet. Das nennen wir Gnade.

Bei Gott hängt unsere Anerkennung nicht an dem, was wir leisten – sondern an dem, was er für uns getan hat.

Und auch wenn ich immer wieder sündige, darf ich mich als Christ täglich sicher und angenommen wissen – weil Christi Leistung zählt, nicht meine. Nutze Gelegenheiten, die sich dir bieten, um von dieser wunderbaren Gnade und Annahme Gottes zu erzählen, die einen von der Anerkennung anderer Menschen freimacht.

Bibel TV Plakat 2: „Gibt es jemanden, der mich mag, so wie ich bin?”

© Bibel TV

Diese Frage klingt auf den ersten Blick ähnlich wie die erste, daher kann auch deine inhaltliche Antwort ähnlich ausfallen – und doch hat diese Frage eine eigene Färbung. Während die erste Frage fast trotzig klingt, schwingt hier etwas Verletzlicheres mit: eine leise Hoffnungslosigkeit. Nicht „Wer mag mich?” – sondern „Gibt es überhaupt jemanden?” Es ist die Frage eines Menschen, der vielleicht schon zu oft enttäuscht wurde. Der erlebt hat, wie Freundschaften zerbrechen, Beziehungen scheitern und Anerkennung plötzlich wegfällt. Und diese Erfahrung kennen mehr Menschen, als man denkt.

Wir leben in einer Zeit, in der oberflächliche Verbindungen zunehmen und echte Zugehörigkeit seltener wird. Viele Menschen umgeben sich mit Hunderten von Kontakten – und fühlen sich trotzdem zutiefst allein. Das Gemochtwerden ist in unserer Gesellschaft auch an Attraktivität und Nützlichkeit geknüpft. Wer diese Erwartungen nicht erfüllt, verliert den Anschluss. Kein Wunder, dass viele Menschen irgendwann leise fragen: Gibt es eigentlich jemanden, der mich mag – einfach so?

Die gute Nachricht des Evangeliums antwortet auf genau diese Frage – und die Antwort ist ein klares Ja. Eine Antwort, die es wert ist, genauer hinzuschauen. Da ist zum einen die Tatsache, dass Gott als Schöpfer jedem von uns das Leben geschenkt hat – kein Mensch existiert aus Zufall. Der Psalmist staunt darüber mit den Worten: „Du hast mein Innerstes gebildet, mich im Leib meiner Mutter gewoben. Ich danke dir, dass ich so wunderbar und einzigartig gemacht bin.” (nach Psalm 139,13–14)

Noch bevor irgendjemand entscheiden konnte, ob er uns mag oder nicht, hatte Gott uns bereits gewollt und ins Leben gerufen. Hinzu kommt dann auch hier wieder Gottes Erlösungswerk durch Jesus Christus. Gott kennt uns durch und durch – unser Versagen, unsere Schwächen, unsere dunkelsten Gedanken – und hat trotzdem gehandelt. Jesus hat unsere Sünden und unser Scheitern auf sich genommen. Er hat mit seinem Leben dafür bezahlt. Er hat uns erlöst und dadurch letztlich auch seine Liebe zu uns bewiesen. Der Apostel Johannes bringt es auf den Punkt: „Er hat uns geliebt und seinen Sohn als Sühnung für unsere Sünden gesandt.” (nach 1. Johannes 4,10)

Diese Gnade ist beständig. Sie schwankt nicht mit meiner Tagesform, sie bricht nicht weg, wenn ich versage. Wenn du jemandem begegnest, der diese Frage stellt – ob laut oder nur innerlich –, dann darfst du von genau dieser Gnade erzählen. Von einem Gott, der nicht wartet, bis wir besser werden. Der nicht liebt, weil wir es verdienen. Sondern der in Christus auf uns zukommt, so wie wir sind – und uns annimmt.

Bibel TV Plakat 3: „Was hilft gegen meine Einsamkeit?”

© Bibel TV

Einsamkeit ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Statistisch gesehen leidet jede zehnte Person, der du begegnest, unter Einsamkeit. Laut dem Einsamkeitsbarometer des „Bundesministeriums für Familie, Bildung, Senioren, Frauen und Jugend” waren es 2021 11,3 Prozent der Bevölkerung. Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr hoch, dass auch Menschen in deinem näheren Umfeld mit diesem Thema hadern.

Vielleicht denkst du dir jetzt: „Naja, bei mir ist das nicht der Fall. Ich habe eher weniger mit älteren Menschen zu tun.” Dann wird es dich vermutlich überraschen, dass der höchste Prozentsatz einsam lebender Menschen unter den 18- bis 29-Jährigen vorherrscht. Mit 14,1 Prozent liegen sie sogar deutlich über dem Durchschnitt. Die Annahme, dass soziale Medien zu mehr sozialen Kontakten führen würden, ist ein Trugschluss, der hier sehr deutlich wird.

Social Media suggeriert den (jungen) Menschen, dass sie viele Personen kennen, doch letztlich vereinsamen sie immer mehr, weil echte Beziehungen fehlen.

Wir Christen haben den Menschen in unserem Umfeld auch hier eine frohe Botschaft zu verkündigen – und zwar auf zweierlei Weise. Erstens dürfen wir durch das Evangelium der Gnade Jesu Christi Gott nun „Abba, Vater” nennen, wie der Apostel Paulus es in Galater 4,6 beschreibt. Einen Vers später schreibt er, dass wir durch den Glauben an Jesus Christus nun nicht mehr Sklaven sind, sondern Söhne und somit auch Erben Gottes! Das heißt, dass wir bereits im Hier und Jetzt eine tiefe Gemeinschaft mit Gott pflegen dürfen, die bis in alle Ewigkeit nicht endet, sondern immer intensiver und schöner wird. Was für ein Ausblick!

Zudem hat Jesus seinen Nachfolgern im sogenannten Missionsbefehl versprochen, bis zum Ende dieser Weltzeit bei ihnen zu sein (vgl. Matthäus 28,19f). Das ist auch für dich eine große Ermutigung, wenn du das Evangelium zu deinem Nächsten bringst. David beschreibt die beständige Nähe Gottes in Psalm 139,5 auf wundervolle Weise: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.”

Gott ist nicht an einen Ort gebunden – er ist immer da, rund um die Uhr. Mache den Menschen in deinem Umfeld klar, dass Gott sie jederzeit sieht und dass er nicht in einem Gebäude lebt. Er ist da, rund um die Uhr, und wir können jederzeit im Gebet mit ihm reden. Eine zweite wunderbare Folge des Evangeliums ist, dass wir mit unserer Bekehrung in eine große, weltweite Familie mit Millionen, ja Milliarden, Schwestern und Brüdern hineingeboren werden. Eine Familie, die nicht durch politische Meinungen, Herkunft, Hautfarbe und vieles andere mehr getrennt, sondern in Jesus Christus geeint ist. Eine solche Gemeinschaft gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. Egal, wo man sich auf unserem Erdkreis befindet – überall ist Familie. Zeuge davon!

Unterstreiche es mit eigenen Beispielen aus deinem persönlichen Leben.

Die Botschaft der anderen vier Bibel TV Plakate: „Gott liebt dich!”

© Plakat: Bibel TV
Darstellung: KI generiert

Neben den drei bereits genannten Plakaten, die je eine Frage beinhalten, gibt es noch vier weitere mit den folgenden Aussagen:

  • „Er liebt dich”
  • „So findest du Liebe”
  • „Lerne den kennen, der dich unendlich liebt”
  • „Da ist jemand richtig begeistert von dir”

Alle vier sagen im Kern dasselbe. Die Bibel fasst es in drei Worten zusammen: „Gott ist Liebe” (1. Johannes 4,8). Darum liebt Gott alle Menschen – als ihr Schöpfer. Der bekannteste Vers des Neuen Testaments bringt es auf den Punkt: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat” (Johannes 3,16). Das ist das Evangelium in einem Satz – und doch bedarf es im Gespräch meist mehr Erklärung.

Denn einerseits liebt Gott alle Menschen, weil sie seine Geschöpfe sind. Andererseits haben wir alle das Problem, dass wir gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren haben, wie es Paulus in Römer 3,23 trefflich beschreibt. Und auch diese Aussage ist im evangelistischen Gespräch meist noch erklärungsbedürftig. Dabei fällt es den meisten Menschen nicht schwer nachzuvollziehen, dass Schuld und Sünde in der Welt grundsätzlich vorherrschend sind. Täglich werden wir mit schrecklichen Nachrichten über grausame Gewalttaten konfrontiert. Was aber oftmals schwerfällt, ist zu erkennen, dass man selbst dem Anspruch Gottes auch nicht genügt.

Die Erkenntnis der eigenen Sünde kann also ein blinder Fleck sein. So mag manch einer im Gespräch äußern: „Eigentlich bin ich ein guter Mensch. Ich bin meistens freundlich, zahle gewissenhaft meine Steuern. Umgebracht habe ich auch noch niemanden. So schlimm steht es also eigentlich nicht um mich – vor allem im Vergleich zu der massiven Gewalt, die ansonsten in der Welt herrscht.”

Dann gilt es zu verstehen und deinem Gegenüber zu erläutern, dass Gottes Maßstab nicht der Vergleich mit anderen Menschen ist, sondern mit Gott selbst. Im Gegensatz zu uns Menschen ist Gott vollkommen fehlerlos und gut (siehe u. a. Psalm 100,5). Wie also sieht es bei uns aus, wenn wir uns mit Gott vergleichen?

Gottes Maßstab ist nicht der Vergleich mit anderen Menschen – sondern mit ihm selbst.

Im Gespräch lässt sich hier oft an die Zehn Gebote anknüpfen (2. Mose 20,1–17). Denn viele Menschen bringen sie ohnehin von sich aus ins Gespräch. Allerdings – und das sollte uns bewusst sein – sind sie oftmals nicht positiv damit verknüpft. Denn viele Menschen haben zwar irgendwann schon einmal etwas von den Zehn Geboten gehört. Daher sind sie auch das Erste, was ihnen zum Thema Glaube und Gott einfällt. Ihr Wissen und ihr Verständnis davon ist aber in der Regel unzureichend. Dadurch verstehen sie ihren Sinn oft falsch, und im evangelistischen Gespräch kann es ein sinnvolles Ziel sein, ihnen ein besseres Verständnis der Zehn Gebote nahezubringen.

Was bedeutet das konkret? Die meisten Menschen verstehen und spüren bereits intuitiv, dass die Zehn Gebote den Anspruch Gottes an uns deutlich machen und somit schonungslos erkennen lassen, wo wir ihm nicht genügen (Römer 3,19–20). Doch viele Menschen erkennen dabei nicht, dass das Gesetz Gottes gut ist, wie es Paulus in Römer 7,12 deutlich macht. Zum einen ist es gut, weil es Gottes Charakter zum Ausdruck bringt – und Gott definiert in seinem Wesen und in seiner Souveränität, was gut ist. Gut aber ist es auch, weil die Sündenerkenntnis, die das Gesetz bewirkt, ein wesentlicher Schritt ist, um das Evangelium zu verstehen und anzunehmen. Gott legt durch sein Gesetz den Finger in die Wunde und macht uns auf unsere Schuld aufmerksam. Er zeigt uns, dass wir im Gegensatz zu ihm nicht fehlerlos sind.

Vom Gesetz zum Evangelium – wie du das Gespräch weiterführst

Das Gesetz verurteilt uns zwar, aber in Jesus möchte Gott uns freisprechen. Diese zentrale Botschaft gilt es, im Gespräch mit unserem Nächsten deutlich zu machen. Doch ist hier, wie anfangs besprochen, Fingerspitzengefühl gefragt. Denn oftmals reagieren viele Menschen auf die Zehn Gebote wie ein trotziger Teenager auf die Regeln seines Elternhauses. Sie wollen sich nicht vorschreiben lassen, wie sie zu leben haben. Sie stellen die damit verbundene Autorität der Eltern – bzw. in diesem Falle die Autorität Gottes – in Frage. Oder – auch das ist möglich – sie finden, dass sie sich im Großen und Ganzen schon irgendwie an die Regeln halten. Genauer hinschauen aber soll Gott nicht. „Das passt schon irgendwie.” Also ist Meckern unangebracht. In ihrer Wahrnehmung wird Gott zum Spaßverderber und Christen zu Moralaposteln, wann immer es um die Zehn Gebote geht.

Bestenfalls sprechen Menschen diese Ansicht im Gespräch offen an. Dann macht es Sinn, wie eben beschrieben, das Gespräch auf die befreiende Botschaft des Evangeliums zu lenken. Manch einer schiebt den Anspruch Gottes aber auch vordergründig von sich weg, mit der schon angesprochenen Ansicht, an sich ja ein guter Mensch zu sein. Hier ist ehrliches Nachfragen deinerseits essenziell. Ist dies nur ein vorgeschobener Einwand, um ein tiefergehendes Gespräch abzublocken? Dann sei respektvoll und renne keine Türen ein, die dein Gegenüber gezielt schließt. Bete innerlich für die betreffende Person. Investiere in die Beziehung und überlasse es Gott, ihr Herz für weiterführende Gespräche an anderer Stelle zu öffnen.

Ist dein Gegenüber hingegen tatsächlich der Meinung, nie ein Gebot Gottes gebrochen zu haben, aber ansonsten offen dafür, weiterzusprechen, kannst du inhaltlich einen Schritt weiter gehen. Dann kannst du aufzeigen, wie Jesus selbst den Anspruch Gottes auf Gerechtigkeit und Heiligkeit auf eine noch tiefere Ebene hebt. In der Bergpredigt sagt er: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen” (Matthäus 5,27f). Bereits in deinem Herzen, in deinen Gedanken, beginnt die Übertretung von Gottes guten Geboten.

Frag dein Gegenüber, ob es für ihn in Ordnung wäre, alle seine Gedanken der letzten Woche auf eine DVD zu brennen und alle seine Freunde und Familienangehörigen zu einem DVD-Abend einzuladen. Jeder, der wirklich ehrlich mit sich selbst ist, würde das nicht wollen. Die Bibel sagt uns, dass niemand, der auch nur ein Gebot übertritt, vor Gott bestehen kann (vgl. Jakobus 2,10f). Gott ist so gut, so gerecht und so heilig, dass Sünde in seiner Gegenwart nicht bestehen kann. Die Bibel sagt sogar, dass wir in unserem natürlichen Zustand Feinde Gottes (vgl. Römer 5,10; Kolosser 1,21) und von Natur aus „Kinder des Zorns” (vgl. Epheser 2,1–3) sind.

Der nächste Schritt ist dann auch hier, die befreiende Botschaft des Evangeliums darzulegen, z. B. anhand von 1. Johannes 1,9: Wenn wir unsere Sünden eingestehen, zeigt Gott, wie treu und gerecht er ist: Er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von jedem begangenen Unrecht. Dies ist Gottes Liebesbeweis für jeden, der glaubt – und in Christus gilt dann auch die Verheißung, dass uns nichts mehr von dieser Liebe trennen kann – bis in alle Ewigkeit (vgl. Römer 8,35).

Im Buch des Propheten Zefanja 3,17 steht, wie Gott über all diejenigen empfindet, die zu seinem Volk gehören: „Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel.”

Gott jauchzt über dich – diese Liebe ist der Kern des Evangeliums.

Möge diese Liebe, Freundlichkeit und Freude Gottes, die du hoffentlich empfindest, durch dein ganzes Leben ausstrahlen, sodass dein Nächster, der Christus nicht kennt, ins Grübeln kommt. Ich bete, dass Gott dir Türen zu deinen Mitmenschen öffnet und du aktiv das Gespräch suchst – mit oder ohne die Plakate.

Thomas Richter

Mitarbeiter beim #bibelfit-Dienst, bei offen.bar sowie freier Mitarbeiter der Stiftung Heukelbach

An der TU Dresden und am Martin Bucer Seminar in Chemnitz hat er Evangelische Theologie studiert. Er lebt mit seiner Familie in Gera und hat ein großes Herz für Ostdeutschland.

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