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Millionen Menschen in Deutschland sind regelmäßig aktiv im Sport, verfolgen sportliche Großereignisse oder engagieren sich in örtlichen Vereinen. Sport verbindet, gibt Zugehörigkeit. Sport erzeugt in uns Emotionen und schafft einen wichtigen Ausgleich zum restlichen Alltagsleben. Doch Sport ist nicht einfach nur ein Hobby. Wenn wir als Christen das Anliegen haben, Jesus dort groß zu machen, wo wir sind – dann ist Sport ein riesiges Missionsfeld, voller Begegnungen, Werte, Chancen und Beziehungen.
Sport ist Beziehung. Beziehung ist Mission. Mission geschieht im Alltag.
Gottes Auftrag an uns ist es, den Glauben da zu leben, wo er uns hingestellt hat. Wenn er uns die Begabung und Leidenschaft für den Sport schenkt – dann hat er damit auch etwas vor.
Römer 11,36 spricht davon: „Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.“
Wir sind dazu berufen, zu seiner Ehre einzusetzen, was wir von Gott erhalten haben. Warum sollte da das sportliche Talent ausgeklammert werden? Es ist Gottes Mission mitten im Alltag, die wir im Sport ausleben dürfen. Jesus sendet seine Jünger „bis an die Enden der Erde“ (s. Apostelgeschichte 1,8). Diese Enden finden wir nicht nur in fernen Ländern, sondern auch in Sporthallen, auf Fußballplätzen, in Fitnessstudios oder auf Radwegen.
Darum lautet die Frage:
Wie können Christen im Sport, durch Sport und mit Sport Menschen für Jesus erreichen?
Sport und Glaube – Geht das überhaupt zusammen?
Vielen Christen ist nicht klar, wie Sport und Glaube zusammenspielen. Manche trennen beide Bereiche strikt, andere sehen im Sport sogar eine Gefahr für den Glauben. Und ja, es ist nicht leicht als Christ im Sportverein zu leben. Es ist nicht leicht, die Lästereien über den Gegner zu widerstehen, in der Feier des Siegs oder den Frust der Niederlage als Christ anders zu sein. Es ist nicht leicht in einem emotionsreichen Wettkampf die überschwemmenden Gefühle in die richtigen Bahnen zu lenken und fair, regelkonform und respektvoll den Gegner zu behandeln. Wir sind ja auch nur Menschen.
Doch es sei nochmal gesagt: Gott hat uns die Fähigkeit geschenkt Sport zu machen. In seinem Missionsbefehl gibt er uns das Versprechen: „… Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.“ (Matthäus 28,20) Er freut sich, wenn wir mit ihm gemeinsam auf dem Platz unsere sportlichen Fähigkeiten zu seiner Ehre einsetzen.

Stuart Weir, ein englischer Sportmissionar, bringt es gut auf den Punkt: „Sport und unsere Fähigkeit zu spielen und Freude an Sport zu haben sind Teil von Gottes Schöpfung. Sport, wie alles andere auch, ist verdorben durch unsere Selbstsucht, Neid und das Verlangen uns selbst den ersten Platz zu geben. Sport, wie der Rest von Gottes Welt, muss wiederhergestellt werden zu dem, wie es Gott ursprünglich vorgesehen hat. Stell dir vor, Sport wird ehrlich, integer und mit fairem Sportsgeist gespielt.“
Wie können sie an ihn glauben, wenn sie nie von ihm gehört haben?
Sport muss kein „gottloses Feld“ sein. Er ist ein Ort, an dem unser Charakter sichtbar wird, an dem wir Glauben authentisch leben und an dem wir mit Menschen in Kontakt treten, die vielleicht niemals eine Kirche betreten würden.
Wie viele Menschen in deinem sportlichen Umfeld kennen Jesus als ihren persönlichen Retter? Wie viele Menschen aus deinem sportlichen Umfeld gehen denn sonntags in einen Gottesdienst? Oder lassen sich zu kirchlichen Veranstaltungen einladen?
Römer 10,14 motiviert: „Doch wie können sie ihn anrufen, wenn sie nicht an ihn glauben? Und wie können sie an ihn glauben, wenn sie nie von ihm gehört haben? Und wie können sie von ihm hören, wenn niemand ihnen die Botschaft verkündet?“
Wir dürfen hingehen, unseren Sport zu Gottes Ehre leben, unser Bestes geben und in Beziehung zu unseren Sportkameraden stehen. Wir dürfen und sollen unseren Glauben im Sport authentisch leben.
Mit diesem Wunsch ist es uns nicht möglich, am Tag des Wettkampfes das „Glaubensgewand“ in der Umkleide zu lassen und das sportliche Trikot überzuziehen. Wir sind aufgefordert, unseren Glauben auch über dem Trikot zu tragen. Doch wie könnte das ganz praktisch aussehen?
„Wie können sie an ihn glauben, wenn sie nie von ihm gehört haben?“
Der Apostel Paulus gibt uns in seinem Brief an die Kolosser eine sehr praktische Anweisung, wie wir unseren Glauben im Sport lebendig und natürlich leben können.
„Hört nicht auf zu beten und Gott zu danken. Vergesst nicht, auch für uns zu beten, dass Gott uns viele Gelegenheiten schenkt, sein Geheimnis weiterzusagen: die Botschaft von Christus. Das ist auch der Grund, warum ich in Ketten liege. Betet, dass ich diese Botschaft so klar verkünde, wie ich es sollte! Lebt klug unter den Menschen, die keine Christen sind, und macht aus jeder Gelegenheit das Beste! Redet freundlich und klar mit ihnen, damit ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen am besten antworten sollt.“ (Kolosser 4,2-6)
Bete für deine Sportkameraden
Es gibt viel Grund zum Beten. Wir dürfen im Gebet unsere Sportkameraden in Gottes Hände legen. Diejenigen, die uns auf dem Herzen liegen, für die wir uns wünschen, dass sie Jesus finden. Diejenigen, die uns das Leben in der Mannschaft schwer machen. Wir dürfen für unsere Gegner beten. Wie oft geschieht das? Lass es uns zur Angewohnheit machen, in der Kabine für den ein oder anderen regelmäßig zu beten.

Paulus nennt zwei weitere Anliegen: „Betet, dass Gott uns viele Gelegenheiten schenkt, sein Geheimnis weiterzusagen“. Es ist nicht immer leicht, in der kurzen Zeit von Gesprächen vor dem Training klar und deutlich die rettende Botschaft zu verkündigen. Aber Gott schenkt Gelegenheiten, wenn wir ihn darum bitten. Und manchmal fehlen uns die richtigen Worte, es fällt uns schwer das Passende in der Situation deutlich zu machen. Auch hier dürfen wir beten, „dass ich diese Botschaft klar verkünde, wie ich es sollte.“ Vielleicht gibt es ein Ritual, das neu eingeführt wird, um regelmäßig für diese großartigen Anliegen zu beten, und Gott wird mit Freude unsere Gebete erhören.
Spiele fair und vorbildlich
Oft ist es gar nicht leicht, als Christ im Wettkampf vorbildlich zu sein. Sport ist so emotional, Sport holt manchmal die negativen Eigenschaften unseres Charakters hervor. Sport kann einen in Versuchung bringen … Paulus schreibt hierzu: „Lebt klug unter den Menschen, die keine Christen sind, und macht aus jeder Gelegenheit das Beste!“ (nach Kolosser 4,5) Wow – das ist nicht einfach. Ein Schlüssel hierzu ist es, mit Gottes Hilfe das Beste geben. Wenn wir als Teil des Teams auf dem Platz, neben dem Platz, vor und nach dem Wettkampf unser Bestes geben, dann wird es einen Unterschied machen.
Jonathan Edwards, ehemaliger Olympiasieger und Weltrekordhalter im Dreisprung, beschreibt es so: „Die Tatsache, dass der menschliche Körper in der Lage ist, 18,29 Meter weit zu springen, ist ein Indiz, welch großartigem Schöpfer wir dienen. Aber ich glaube, dass die Art und Weise, wie ich mich in Sieg und Niederlage verhalte und meine Einstellung gegenüber meinen Konkurrenten Gott mehr ehrt als die Weite, die ich springe.“
„Und alles, was auch immer ihr tut oder sagt, soll im Namen von Jesus, dem Herrn, geschehen, durch den ihr Gott, dem Vater, danken sollt!“ (Kolosser 3,17)
Unser Bestes geben heißt nicht nur, alles für das Team zu geben, sondern auch menschlich und charakterlich an uns zu arbeiten, Gott in uns und durch uns wirken zu lassen. So dass alles, was wir tun, zu seiner Ehre geschieht.
Lebe Beziehungen
Als Letztes regt Paulus folgenden Gedanken an: „Redet freundlich und klar mit ihnen, damit ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen am besten antworten sollt.“
Hier geht es um Beziehungen. Paulus fordert uns auf, mit den Menschen um uns herum in Beziehung zu treten. Um klar und freundlich mit unseren Sportkameraden zu sprechen, überhaupt gefragt zu werden, um „jedem Einzelnen am besten antworten“ zu können, bedarf es erst einmal einer Beziehung. Aus welchem Grund sollten unsere Sportkameraden mit uns über wichtige Themen sprechen, wenn wir keine Beziehung zu ihnen haben? Aus welchem Grund sollten sie mit uns ihre Themen im Alltag teilen, wenn wir unsere nicht mit ihnen teilen? Wir sind herausgefordert in dieser Welt zu leben. Das bedeutet für uns, Leben teilen. Sich mit den Sportkameraden auch außerhalb des Sportplatzes treffen. Oder Themen, die uns bewegen, mit ihnen zu teilen. Sind wir nahbar, authentisch und echt? Oder tragen wir Masken und versuchen, einen Schein aufrecht zu erhalten, was wir sowieso nicht schaffen?

Kennen uns unsere Sportkameraden wirklich? Wissen sie mehr von uns als unsere Trikotnummer? Es geht darum, sich selbst zu öffnen, Vertrauen aufzubauen und hier und da den ersten Schritt zu gehen. Wenn wir auf unsere Sportkameraden zugehen, ihnen ein Beziehungsangebot machen und uns selbst ihnen gegenüber öffnen, dann dürfen wir überrascht darauf warten, wie Gott Türen öffnet und uns gebraucht, um Menschen seine Liebe deutlich zu machen.
Fang heute an auch im Sport als Christ zu leben
Zusammenfassend erkennen wir: Unser Sport, unsere Begabungen und unsere Beziehungen sind Teil von Gottes Auftrag an uns. Was wir von Gott empfangen haben, trägt die Verantwortung in sich, dies zu seiner Ehre einzusetzen – nicht nur im Gottesdienst, sondern gerade dort, wo unser Alltag stattfindet und gerade in der Welt des Sports.
Das ist nicht immer leicht. Aber Gott hat uns das Versprechen gegeben, dass er mit uns geht, allezeit.
Wir dürfen und sollen für unsere Sportkameraden beten. Wir sind aufgefordert, im Sport klug zu handeln und in Beziehungen zu leben. Wir dürfen bewusst unseren Sport mit Freuden ausleben und Gott dabei die Ehre geben. Wir dürfen gespannt sein, was Gott daraus macht und wie er uns in der Welt des Sports gebrauchen wird.
Vielleicht ist die Welt des Sports genau der Ort, an dem Gott dich heute senden möchte.
Missionare an den Enden dieser Welt haben Unterstützer. Menschen, die für sie beten. Christen, die mit ihnen das Leben teilen. Auch wir brauchen diese Unterstützung und den Rückhalt der christlichen Gemeinde. Auch wir brauchen in der Aufgabe, als Missionare im Sport unterwegs zu sein, Ansprechpartner, die uns im Gebet unterstützen und uns helfen, diese Aufgabe wahrzunehmen.
Ist dir in diesem Beitrag etwas wichtig geworden, das du umsetzen möchtest, du weißt aber noch nicht richtig, wie? Oder hast du Fragen und weißt nicht, an wen du dich damit wenden kannst? Dann melde dich gerne bei uns – SRS e.V. www.srsonline.de. Denn Mission: Sport ist unser Auftrag. Wir möchten Christen in der Welt des Sports unterstützen und begleiten und gemeinsam anderen von der Liebe Jesu Christi erzählen.
Titelbild: © unsplash.com/Fellipe Ditadi