Insider: Wie Oliver Bode als erfahrener Evangelist Bibelgesprächskreise durchführt

27. Juli 2023

Oliver Bode verrät als erfahrener Evangelist wie du wie ein evangelistischer Gesprächskreis Menschen zur Umkehr bewegen kann.

Oliver Bode lebt seit 1991 in Österreich und arbeitet bei der Stiftung Heukelbach als Evangelist und leitet seit mittlerweile 30 Jahren verschiedene Bibelkreise. Er selbst beschreibt sich mit den drei Worten: „Zuagroaster (übersetzt: ein Zugezogener), bibelbegeistert, wohlfühlen”. Bevor Oliver die Leitung eigener Bibelkreise übernommen hat, ist er als Unterstützer bei jemand anders mitgefahren. Zwei Jahre lang ging er jede Woche zwei- bis dreimal mit einem Bruder mit und beobachtete und lernte. 1993 gründete er dann seinen ersten eigenen Bibelgesprächskreis – aktuell leitet er drei Stück. 

Oliver packt aus und verrät, wie man beim Bibelabend die richtige Atmosphäre schafft oder wie man mit Skeptikern umgeht. Kein Bibelkreis ist gleich. Olivers Erfahrung macht Mut und inspiriert: Jeder kann auf seine eigene Art Bibelgesprächskreise starten und durchführen.

 Tipps für einen evangelistischen Gesprächskreis

 Die Atmosphäre macht mehr aus, als man denkt. „Ein Bibelkreis kann zu Hause oder an einem neutralen Ort wie einem Café stattfinden“, sagt Oliver. Menschen sind unterschiedlich geprägt; der eine fühlt sich hier wohl, der andere dort. Du darfst kreativ werden und die Leute, die zum Gesprächskreis kommen, auch mit einbeziehen. Bei Oliver gibt es in der Regel danach noch ein gemütliches Beisammensitzen und Plaudern bei einer „Jausen“, also leckeren Snacks. Zu besonderen Anlässen startet der Bibelkreis auch andere Unternehmungen wie ein Osterfeuer. Dann gibt es nur eine kurze Andacht und alle haben die Gelegenheit, Familie und Freunde mit einzuladen.

Gut vorbereiten – und sich überraschen lassen!

Die Vorbereitung ist für Oliver der Schlüssel. Er bereitet Fragen vor und formuliert mindestens eine Hauptaussage, die er den Teilnehmern vermitteln will. Manchmal überschreibt er einen Abend auch mit einem Titel wie z. B. „Jesus und die Religion“. Außerdem ist es ihm wichtig, flexibel zu sein und gegebenenfalls auch umswitchen zu können und über das zu reden, was die Teilnehmer gerade bewegt. Oliver musste ein Gespräch über die Bibel noch nie abbrechen, hat es aber schon oft erlebt, dass das Thema wechselte. Oliver rät dazu, sich darauf einzulassen. Man darf mit Gottes Eingreifen und dem Wirken des Heiligen Geistes rechnen. Gott allein weiß, was die Leute wirklich brauchen. Die Teilnehmer können dann merken: Die Bibel ist Leben!

Gott wirkt an den Herzen

© unsplash.com/Nithin Najeeb

Oliver berichtet von einem Mann aus einem seiner Bibelkreise, der eine starke Entwicklung durchgemacht hat. Ihm war es besonders wichtig, gute Werke zu tun und anderen zu helfen. Nun störte er sich daran, dass ihm das laut Evangelium nicht das Heil sicherte. Immer wenn es darauf zu sprechen kam, reagierte er sensibel und nervte auch andere Teilnehmer mit „seinem“ Thema. Irgendwann kam der Augenblick, in dem er begriff: Gute Werke sind wichtig, die Voraussetzung für sein Heil ist aber eine Beziehung zu Jesus Christus. Das war für ihn eine bahnbrechende Erkenntnis. Oliver fasst die Begebenheit so zusammen: „Gott will die Welt verändern, aber zuerst muss er mich verändern.“

Oliver teilt eine weitere Erfahrung aus einem Bibelkreis, die ihn besonders berührt hat: Einer seiner Teilnehmer hatte vor, mit seinem Fußballteam eine Woche auf Mallorca auf dem Ballermann zu verbringen. Nachdem er einen Text aus der Bibel gelesen hatte, bekam er den Eindruck, dass das, was dort ablaufen würde, nicht zu Jesus passte. Er sagte seine Teilnahme daraufhin ab. – Oliver bewegt es, wenn Gottes Wort zu Menschen spricht und es ihr Leben verändert.

Und wie geht Oliver mit Menschen um, die eher skeptisch sind? Er riskiert keine knallharten Streitgespräche, sondern lässt Provokationen eher stehen. Er rät dazu, nicht zu konfrontativ zu sein. Du bist nicht dazu verpflichtet, alle Einwände zu klären und auf „Angriffe“ oder Fangfragen einzugehen.

Neu hier? – Herzlich willkommen!

Wie handhabt Oliver das, wenn jemand neu zum Bibelkreis dazustößt? Nehmen wir an, ein Teilnehmer bringt einen Freund oder Bekannten mit. Oliver berichtet, dass der neue Gast natürlich freundlich begrüßt wird. Oliver erklärt dann, wie der Abend abläuft und worum es geht. Das ist auch ein guter Reminder für die anderen Teilnehmer. Jeder darf Fragen stellen, darf unterbrechen. Wichtig ist Oliver, dass man einem neuen Gast ein gutes Gefühl vermittelt und ihn als vollwertiges Mitglied behandelt. Zum Einstieg wiederholt Oliver, was die Gruppe schon durchgenommen hat.

Bibelarbeit ist Teamwork!

Oliver betont, dass die Arbeit in seinen Bibelkreisen immer Teamwork ist. Er selbst übernimmt sozusagen das Modul „Gesprächsführung“. Andere beten für den Kreis und die Teilnehmer. Wieder andere kümmern sich um Essen, Getränke und Sauberkeit. Es gibt immer ca. fünf, sechs Leute in seinem Team. Er empfindet das als sehr angenehm, da er dann selbst weniger exponiert ist.

Jemand bekehrt sich – und dann?

Stell dir vor, jemand bekehrt sich in deinem Bibelkreis. Wie geht es dann weiter? Oliver meint dazu: „Jetzt kommt es auf Teamwork an. Er soll ja Teil einer Gemeinschaft werden. Da müssen alle Angebote schaffen.“ Am besten, man denkt schon vorher darüber nach, wie es in einem solchen Fall weitergehen kann. Gottesdienste vor Ort sollten sich auf jeden Fall bewusst auf Gäste einstellen. Man kann auch in einer Zweierschaft weiterhin in der Bibel lesen. Dann sollten natürlich auch eine Taufe und eine feste Gemeindezugehörigkeit folgen. Meist gelingt dies aber, weil der Neubekehrte sowieso „hungrig“ ist.

Hast du schon Erfahrungen mit einem evangelistischen Bibelkreis gemacht? Warst du selbst mal Teilnehmer? Schreib uns in den Kommentaren. Und falls du einen eigenen Bibelkreis startest, rät dir Oliver: „Freu dich darauf!“

Titelbild: © unsplash.com/Daiga Ellaby

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