GEFÜHLE: FLUCH ODER SEGEN?

Gefühle gehören zum Menschsein dazu. Sie sind wichtig - doch genauso wichtig ist der richtige Umgang mit ihnen.
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Gefühle - Segen oder Fluch?

Geschätzte Lesezeit: 4:14 Minuten

„Wie geht es dir?“, ist eine Frage, die immer den Gedanken: „Wie fühle ich mich?“ mit sich bringt. Und manchmal ist es gar nicht so leicht, zu seinen Gefühlen zu stehen und diese deutlich auszusprechen. Auch uns selbst gegenüber stehen wir oft nicht zu unseren eigenen Gefühlen. Der Philosophieprofessor Dallas Willard meinte einmal: „Gefühle sind ein Segen und ein Problem. Wir können nicht ohne sie leben und auch nur schwer mit ihnen.“

Ein Segen, weil unsere Gefühle ein wichtiger Aspekt unseres Menschseins sind. Sie dürfen nicht ausgeblendet werden. Gefühle geben uns das Gefühl, lebendig zu sein. Mit „gefühlslosen oder gefühlskalten“ Menschen lässt sich schwer eine Beziehung aufbauen. Ob wir es wollen oder nicht, unsere Beziehungen haben viel mit Gefühl zu tun.

Auf der anderen Seite haben wir mit unseren Gefühlen oft Probleme. Zum Beispiel dann, wenn die eigene Gefühlslage zum einzig ausschlaggebenden Faktor wird. Mit Menschen, die nur aus dem Bauch heraus leben, ist schwer umzugehen. Oft sind sie sehr darauf bedacht, dass es ihnen gut geht. Andere Menschen werden darüber hinaus vergessen und außer Acht gelassen.

WENN GEFÜHLE DICH KONTROLLIEREN

Merkst du, wie wichtig es ist, auf seine Gefühle zu achten? Die Bibel spricht davon, auf sein Herz zu achten. Es gibt ein Buch in der Bibel, das sich diesem Thema immer wieder stellt. Es ist aus den Erfahrungen und Beobachtungen des Lebens und des Alltags entstanden: das Buch der Sprüche. Salomo, sein Verfasser, war ein exzellenter Beobachter des Lebens. Er schreibt: „Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben.“ (Die Bibel, Sprüche 4,23). Und an anderer Stelle: „Wer gelassen und ausgeglichen ist, lebt gesund. Der Eifersüchtige wird von seinen Gefühlen innerlich zerfressen.“ (Die Bibel, Sprüche 14,30). Unsere Gefühle dürfen nicht einfach ein unkontrolliertes Eigenleben führen. Oder dürfen sie etwa uns und andere zerstören? Sollten Bitterkeit und Eifersucht, Hass und Niedergeschlagenheit den Rest unseres Lebens bestimmen?

Vielleicht sagst du dir ja schon längst: „Ich würde gern etwas daran ändern, wenn ich es nur könnte. Es fällt mir schon schwer, mich gedanklich auf etwas Neues einzulassen, aber mit den Gefühlen ist es noch viel schwerer.“ Ja, es stimmt, Gefühle lassen sich nur schwer oder gar nicht direkt beeinflussen. Aber wir werden erst recht nicht damit fertig, indem wir sie leugnen, sie unterdrücken oder verdrängen.

DU BIST MIT DEINEN GEFÜHLEN NICHT ALLEIN

„Das Herz kennt sein eigenes Leid, und kein Fremder kann sich in seine Freude mischen“ (Die Bibel, Sprüche 14,10), heißt es in dem erwähnten Buch der Sprüche. Auch wenn Menschen das Herz oft auf der Zunge haben, gibt es doch Bereiche in der Tiefe unseres Herzens, die für Andere unzugänglich bleiben. Doch Bereiche, die für uns Menschen verschlossen sind, sind zugänglich für Gott.

Du darfst deine Gefühle und alle Gedanken, die damit verbunden sind, vor Gott äußern. Uns nahestehende Menschen könnten damit überfordert sein, aber Gott weiß damit umzugehen. In den Psalmen heißt es sogar einmal: „Ein zerbrochenes und verzweifeltes Herz wirst du, o Gott, nicht zurückweisen.“ (Die Bibel, Psalm 51,19). Viele Menschen können von der Erfahrung berichten, dass echter Trost nicht in uns selber oder in unterhaltsamer Gesellschaft gefunden wird. Sie muss aus einer tiefen, verlässlichen Quelle kommen. Sie muss aus Gott selbst kommen. Er ist unser Trost.

JESUS FÜHLT MIT DIR

Von Jesus Christus wird gesagt, dass er „innerlich bewegt“ wurde, wenn er die Menschen in ihrer Hilflosigkeit sah. So berichtet der Evangelist Matthäus etwa: „Als er die Scharen von Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl; denn sie waren erschöpft und hilflos wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ (Die Bibel, Matthäus 9,36). Wörtlich heißt es sogar, dass seine „Eingeweide“ davon berührt waren. Wir würden heute sagen: „Da drehte sich ihm der Magen um“ oder „es ging ihm an die Nieren.“ Daran hat sich nichts geändert. Du darfst auch jetzt davon ausgehen, dass Jesus dein Schicksal und deine Gedanken und die damit verbundenen Gefühle nicht gleichgültig sind. Er liebt dich und fühlt mit dir. Du darfst dich verstanden wissen.

Doch Jesus lässt es nicht bei diesem Mitgefühl bleiben. Er weiß, was wir wirklich brauchen. Er weiß, dass wir Menschen zur Ruhe kommen müssen. Und er setzt sich dafür ein. So sehr, dass er dafür sein Leben gibt. Warum macht er das?

WIEDER VEREINT MIT GOTT

Jesus weiß, dass unsere innere Unruhe, der Mangel an Frieden im Herzen daher rührt, dass wir nicht mehr in der Harmonie mit Gott leben. Die Beziehung mit Gott, dem Schöpfer, ist uns verloren gegangen. Jesus gab sein Leben am Kreuz, damit die Disharmonie mit Gott aufgehoben wird und wir wieder in die Vertrautheit mit Gott zurückkehren können. Diese Vertrautheit beginnt mit dem Vertrauen darauf, dass Jesus tatsächlich genau das getan hat. Mit dem Vertrauen darauf, dass Jesus unsere Schuld auf sich – und damit hinweggenommen – hat. Die Folge davon ist, dass Gott dich für gerecht erklärt. Das ist Gottes Angebot. Deshalb darfst du ihm auch vertrauen. In der Bibel kannst du es nachlesen: „Nachdem wir nun aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus.“ (Die Bibel, Römer 5,1). Das wird nicht ohne Auswirkungen auf unsere Gefühle bleiben. Freude über diesen neu gewonnenen Frieden ist die Folge.

Kommentare

7 Kommentare zu “GEFÜHLE: FLUCH ODER SEGEN?

  1. Ellen Barghusen-Falkenberg sagt:

    Auch ich habe zur Zeit seelische Schmerzen,aber ich vertraue Gott bedingungslos und ich weiss,das es mir bald besser gehen wird.Gott hat einen Plan für mich.

    • Missionswerk Heukelbach sagt:

      Liebe Ellen, in Nahum 1,7 steht:

      Gütig ist der HERR, eine Zuflucht am Tag der Not;
      und er kennt die, welche auf ihn vertrauen.

      Ist Dir diese kostbare Wahrheit bewusst? Ja, unser HERR und Gott kennt auch Dich. Er weiß um Deine augenblickliche Situation. Er ist bei Dir! Er fühlt mit, wenn Du angefochten bist, wenn Du Hilfe suchend nach oben blickst. Wie gut zu wissen, dass wir in unserem Herrn und Retter gerade auch in schwierigen Zeiten geborgen sind! Ja, wir sind, bildlich gesprochen, von unsichtbaren, göttlichen Burgmauern umgeben! Diese halten jedem Druck und allen widrigen Umständen stand. Fasse deshalb immer wieder neuen Mut. Die Güte des HERRN hat kein Ende!

      Liebe Grüße aus dem Missionswerk!

  2. Elisabeth Baltzer sagt:

    Danke für diesen Beitrag, mir hilft, dass hier die Verbindung mit Gott, mit der Versöhnung, die Er durch Christus stiftet, die Grundlage dafür ist, auch die eigenen Gefühle zu bereinigen bzw reinigen zu lassen. Wir sind nicht allein auf uns gestellt , wenn wir uns an Ihn halten, dürfen wir schon heute Gottes geliebte Kinder sein, so uneins mit unseren Gefühlen wird Er uns durch SeinenGeist in Sein Bild verändern!

  3. Lengen sagt:

    Da ich von Gefühlen bherrscht werde ist es sehr schwierig das seelische Gleichgewicht zu halten,vor allem bei Schicksalschlägen Verluste und Schmerzen,Schwermut macht sich breit! Ich bin Gott dankbar das ich im Glauben festhalte. Gottes reichen Segen und alles Liebe.

    • Valentina von Känel-Davaz sagt:

      Mir hat die Liedstrophe beim Verlust meines Ehemannes sehr geholfen: „Wenn ich auch gar nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht!“

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