Hilf mir Gott! Das Wasser steht mir bis zum Hals

23. Juli 2021

Fassungslos blickt die Welt in diesen Tagen auf die veherrende Verwüstung in den Flutgebieten. Fehlen dir auch die Worte, wenn du an all das Leid und die unglaubliche Zerstörrung denkst? Lies jetzt, welche Worte die Psalmen dafür finden und mache sie zu deinen eigenen.

Hand, die nach oben greift als Blogbild für Hilf mir Gott! - Das Wasser steht mir bis zum Hals

Das Tief „Bernd“ hat für verheerendes Unwetter und unermessliches Chaos in Teilen Deutschlands gesorgt. Furchtbare Szenarien, die an Kriegszeiten erinnern, spielen sich ab. Menschen sterben und anderen wurde ihr Zuhause genommen, und somit ihr Leben von heute auf morgen komplett auf den Kopf gestellt.

„Hilf mir, Gott, denn das Wasser steht mir bis zum Hals! Eingesunken bin ich in tiefem Schlamm und finde keinen festen Grund. Ich bin in die tiefsten Wasser geraten, ja, die Fluten überschwemmen mich. Ganz erschöpft bin ich vom Rufen, rau ist meine Kehle und matt sind meine Augen. Ich warte doch schon so lange auf meinen Gott! … Reiß mich doch heraus aus dem Sumpf, damit ich nicht untergehe, damit ich gerettet werde vor denen, die mich hassen, und vor den Abgründen im Wasser! Ja, die Wasserfluten sollen mich nicht fortreißen und die Abgründe mich nicht verschlingen, ja, der Wasserstrudel mich nicht in seinem Schlund begraben! Antworte mir, HERR, denn groß ist deine Güte, in deiner großen Barmherzigkeit wende dich mir zu!! (Die Bibel, Psalm 69,2-4.15-17)[1]

„Hilf mir!“ Wer so in den Fluten ruft, fragt nicht nach Erklärungen. Nicht nach philosophischen oder theologischen, nicht nach weltpolitischen oder meteorologischen Erklärungen. Wem das Wasser bis zum Halse steht, will nur eines: Hilfe! Es geht ums Leben, ums Überleben.

„Hilf mir, Gott!“ Wer so ruft, nimmt dankbar jede Hilfe an, die ihm von professionellen und freiwilligen Helfern zukommt. Sie ist unschätzbar. Doch es gibt eine Tiefendimension des Schmerzes und der Verzweiflung, in der Menschenmögliches wohl nicht reicht.

„Hilf mir, Gott!“ Wer so ruft, versteht die Situation einfach nicht und mag auch Gott darin nicht verstehen.

Und doch: „Hilf mir, Gott!“ Wer so ruft, wendet sich dem zu, von dem er weiß, dass er davon lebt, dass er sich ihm zuwendet: „… in deiner großen Barmherzigkeit wende dich mir zu!“

„Hilf mir, Gott!“ Wer so ruft, überlässt sich Gott: „Alles, was ich meinte in der Hand zu haben und was mir Sicherheit versprach, ist weggespült, ja gewaltsam weggerissen. Es bleibt mir nur deine Hand, die mich erreicht und die mich halten kann: Hilf mir, Gott

 

 

1] Zitiert nach Das Buch (Roland Werner)

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