Sehnsucht nach Heimat

Was verbindest du mit dem Begriff „Heimat“? Einen bestimmten Dialekt, regionale Spezialitäten, nostalgische Gefühle, schöne Erinnerungen oder vielleicht sogar etwas, was dir manchmal fehlt? Hast du Heimweh nach einem Ort, der dir Ruhe und Geborgenheit bietet? Jesus zeigt uns, wo wir wahre Heimat finden können.
Heimat: Blogbild zum Thema: Sehnsucht nach Heimat; Blick um die Ecke auf ein Sofa mit Kissen und einer Stehlampe

Heimelige Dekoartikel im Landhausstil, Gartenzeitschriften, Produkte aus regionalem Anbau und Heimatkrimis liegen im Trend. Der Rückzug ins eigene Heim und damit in eine überschaubare Welt ist modern. Soziologen nennen diese Entwicklung „Cocooning“.

Heimat ist schwer zu finden

Ein Grund für diesen Trend ist, dass Globalisierung und Digitalisierung nicht nur Chancen und Vorteile mit sich bringen. Zu viele Möglichkeiten und Informationen können auch verunsichern. Früher gab es einen Telefonanbieter und einen Stromanbieter. Heute braucht man Vergleichsportale, um den Überblick zu behalten. Zu viele Optionen überfordern. Wer blickt da noch durch?

Dabei ist die Suche nach einem Stromanbieter sogar noch vergleichsweise banal. Die Informationsflut aus aller Welt jedoch kann uns regelrecht erdrücken. All die Nachrichten von Krisen, Kriegen und Katastrophen sind schwer zu verkraften. So viele Eindrücke strömen auf uns ein und fordern uns heraus.

Hinzukommt, dass wir durch die sozialen Medien heutzutage vermutlich genauso viele Kontakte an einem Tag haben, wie ein Mensch im Mittelalter sie in seinem ganzen Leben hatte. Verrückterweise fühlen sich trotzdem viele Menschen einsamer denn je.

Wir sind sozusagen zu Nomaden geworden, die keine beständige Heimat haben.

Heutzutage wohnen zudem viele Menschen nicht mehr dort, wo sie aufgewachsen sind. Die Heimat ist daher für viele schon allein örtlich gesehen weiter oder weit weg. Wer zum Studieren in eine fremde Stadt gezogen ist, kehrt oft nicht mehr in seine Heimatstadt zurück. Andere haben ihre Heimat verlassen müssen, da sie an einem anderen Ort einen Arbeitsplatz gefunden haben.

Wir sind sozusagen zu Nomaden geworden, die keine beständige Heimat haben.

Alles ist im Wandel und im Fluss – unbegrenzt und unübersichtlich.

Heimat ist die Sehnsucht nach Ruhe und Geborgenheit

Es ist verständlich, dass viele Menschen sich nach den Orten ihrer Kindheit sehnen oder nach solchen, an denen nichts fremd, bedrohlich oder widersprüchlich ist. Sie suchen nach Plätzen, die Geborgenheit vermitteln und mit denen sie glückliche Erinnerungen verbinden. Wie wohltuend sind Orte der Ruhe, am besten in einer heilen Natur, zwischen hohen Bergen, tiefen Wäldern und klaren Seen.

Manche schaffen sich solche Orte inmitten ihrer Stadt. Sie ziehen sich Cocktailtomaten auf dem Balkon oder lesen die „Landlust“ in ihrem Ohrensessel. Sie treffen sich mit denen, die denselben Dialekt sprechen oder das gleiche Essen lieben. Traditionen werden wieder gerne gepflegt, weil man durch sie mit anderen verbunden sein und sich zugehörig fühlen kann.

Heimat ist kein Ort

Der deutsche Schriftsteller und Dichter Christian Morgenstern beschreibt Heimat folgendermaßen: „Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern da, wo man verstanden wird.“

Morgenstern bringt auf den Punkt, dass sich Heimat nicht anhand von Koordinaten beschreiben lässt. Ein Ort wird nicht dadurch zur Heimat, dass er bei Google Maps zu finden ist. Entscheidend ist, dass man dort innerlich auftanken kann, weil man sich rundum wohlfühlt. Man ist willkommen und darf sein, wie man ist. Passend dazu gab in einer repräsentativen Umfrage die Mehrheit der Befragten an, dass Heimat für sie Familie und Freunde seien.

Heimat heißt: wissen, zu wem man gehört

Manchmal aber verbinden wir mit unserer Heimat nicht nur Gutes. Negative Erlebnisse, Konflikte, Verletzungen trüben das Bild und führen dazu, dass unser Heimatort kein Zuhause mehr ist.

In der Bibel wird beschrieben, wie Jesus seine Heimatstadt Nazareth erlebt hat:

„Ein Prophet gilt nirgends so wenig wie in seiner Heimatstadt, bei seinen Verwandten und in seiner eigenen Familie“ (Die Bibel: Markus 6,4).

Jesus wurde in seiner Heimatstadt auf die Rolle als Kind seiner Eltern festgelegt. Eine Entwicklungsmöglichkeit hat man ihm nicht zugestanden. Wo ist zu finden, was wir „Heimat“ nennen, wenn uns unser Umfeld keine bietet?

Jesus wusste schon als Teenager, wo er wirklich zu Hause ist (Die Bibel: vgl. Lukas 2,41–51). Als Zwölfjähriger ging er mit seinen Eltern nach Jerusalem zum Fest. Im Getümmel der Menge gelang es ihnen nicht zusammenzubleiben. Maria und Josef vertrauten bei ihrer Heimkehr darauf, dass er sich unter den Verwandten befinden würde. Das war aber nicht der Fall. So mussten sie umkehren und staunten nicht schlecht, als sie Jesus im Tempel im Gespräch mit den Gelehrten fanden. Völlig aufgebracht stellten sie ihn zur Rede. Mit Bestimmtheit fragte er sie:

Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?“ (Die Bibel: Lukas 2,49).

Die Menschen um Jesus herum verstanden nicht, was er damit meinte. Doch für Jesus war klar, dass seine Beziehung zu Gott eine ganz besondere war. Er war der Sohn Gottes. So wusste er genau, wohin er gehörte und wo er beheimatet war. Sein Zuhause ist bei Gott, seinem himmlischen Vater. Dieses Bewusstsein prägte seine jungen Jahre und dann auch sein öffentliches Auftreten.

Im darauffolgenden Kapitel in Lukas 3,22 ist bei seiner Taufe sogar eine Stimme zu hören, die sagt: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude.“ Jesus konnte sich sicher sein, dass er zu Gott, seinem himmlischen Vater, gehört.

Heimat heißt: bei Gott ankommen

Es ist aus der Mode gekommen, von einer „ewigen Heimat“ zu sprechen. Was aber, wenn sie letztlich die Antwort auf das ist, was wir suchen und was in unserer Sehnsucht nach Heimat deutlich wird?

In dieser Welt mit ihren vielen, scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten fühlen wir uns überfordert und möchten wissen, wohin wir gehören. Auch dann, wenn wir nicht mehr an unserem Geburtsort oder bei den Eltern sind. Wir brauchen eine Heimat, die bleibt und derer wir uns gewiss sein können. Etwas – oder besser gesagt– jemand, auf den wir uns wirklich verlassen können.

Die Geschichte eines jungen Mannes, der einmal durch Polen reiste, macht deutlich, worum es geht. Er traf dort einen Rabbi, der für seine große Weisheit bekannt war. Dieser Rabbi wohnte in einer bescheidenen Hütte, die nur aus einem einzigen Raum bestand. Außer vielen Büchern, einem Tisch und einer Bank gab es keine weiteren Möbel. Der junge Mann fragte: „Rabbi, sag, wo sind denn deine Möbel?“ Typisch für einen Rabbi, stellte er eine Gegenfrage: „Wo sind denn deine?“ „Meine?“, entgegnete der junge Mann überrascht. „Aber ich bin doch auf der Durchreise!“ „Ich auch“, gab der Rabbi zu verstehen.

Bei aller Suche nach Heimat in dieser Welt, bei der eigenen Familie, bei den Freunden, bei sich selbst, bleibt doch dieses über unserem Leben stehen: Wir sind auf der Durchreise.

Wir sind auf der Durchreise.

Es lässt sich nicht leugnen, wir werden diese Erde verlassen. Und was immer wir als Heimat benannt und empfunden haben, wir werden es zurücklassen müssen. Was bleibt dann?

Heimat kann nur dort sein, wo wir Vertrauen und Geborgenheit finden und dauerhaft zu Hause sein können. Es muss das in unserem Leben passieren, was Jesus für sich felsenfest wusste: Ich bin Sohn meines himmlischen Vaters. Diese Beziehung zwischen ihm und seinem Vater war – wie schon gesagt – einzigartig. Aber auch wir können durch Jesus ein Sohn oder eine Tochter Gottes werden. Die Bibel beschreibt es ganz einfach:

All denen, die ihn [Jesus Christus] aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ (Die Bibel: Johannes 1,12)

Darauf kommt es an. Nur auf diese Weise können wir sicher sein, ein Zuhause bei Gott, dem Vater, zu haben. Und das für immer und ewig.

Du möchtest mehr über das Zuhause erfahren, dass Jesus uns anbietet? Lies hier weiter oder melde dich über unsere Kontaktseite bei uns. Wir freuen uns darauf, mit dir ins Gespräch zu kommen.

Kommentare

4 Kommentare zu “Sehnsucht nach Heimat

  1. Evelin B. sagt:

    Das ist wircklich ein schöner Beitrag! Ich habe diese Erfahrung auch gemacht, ob ich Zuhause oder auf Reisen in anderen Ländern bin, ich fühle mich immer sehr schnell heimisch. Obwohl die Umgebung, die Menschen, die Kultur, die Sprache anders/fremd sind umgibt mich ein warmes Gefühl der Geborgenheit und Heimat. Weil Jesus bei mir ist. Er ist der, der sich nie verändert. Jeden Morgen ist er mit seiner Liebe, Gnade und Treue für uns da und umgibt uns. Wir als Kinder Gottes haben es wircklich gut, schon hier auf Erden und eines Tages in der wunderschönen neuen Welt, dem Himmel, von Gott für uns erschaffen! Ich freue mich und grüße euch!

    • Missionswerk Heukelbach sagt:

      Liebe Evelin,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut unser sehr, dass du Gottes Liebe so erlebst.

      Herzliche Grüße aus dem Missionswerk

  2. Stefan · gottsucher.de sagt:

    Heimat ist demnach also etwas Zukünftiges; sie bleibt eine Sehnsucht, die hier in diesem Erdenleben niemals erfüllt werden kann. Und die Bekehrung zu Gott ändert zwar nichts an der akuten Sehnsucht nach Heimat, aber sie schenkt zumindest eine begründete Hoffnung, einmal am Ziel unserer tiefsten Sehnsucht anzukommen. – Das deckt sich jedenfalls mit meiner Empfindung.

    • Missionswerk Heukelbach sagt:

      Lieber Stefan,

      Heimat bei Gott ist einerseits etwas Zukünftiges, weil es dabei um die Erfüllung von Verheißungen geht, die für ins noch in der Zukunft liegen. Das heißt aber nicht, dass der Glaube an Gott bis dahin keine Auswirkungen hätte. Schon jetzt zu wissen, zu wem man gehört und wie Jesus damals im Gespräch und in Beziehung mit Gott, dem himlischen Vater, zu sein, macht schon jetzt den entscheidenden Unterschied. In unserem Blog findest du viele Lebensgeschichten von Menschen, die dies genauso erleben. Ich wünsche dir, dass zu ähnliche Erfahrungen mit Gott machst und erlebst, dass es sich lohnt, ganze Sache mit Gott zu machen.

      Herzliche Grüße aus dem Missionswerk von Steffi

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