Seelische Verletzungen tun weh

Verletzungen

Geschätzte Lesezeit: 2:15 Minuten

Das war ein „Tritt vors Schienenbein“. Dabei waren wir gar nicht auf dem Bolzplatz. Wir waren in einer Besprechung mit dem Nachbarn.

Das war ein „Stich ins Herz“. Das tut weh. Auch wenn kein Messer zum Einsatz kam. Es war die schnippische Bemerkung der Tante.

Das war ein „Schlag ins Gesicht“. Das ist schmerzhaft. Auch wenn keine Faust im Spiel war. Es war die schonungslose Kritik des Ehepartners.

Verletzungen gehören zum Leben

Es bleibt nicht aus, dass Menschen in unserer Umgebung uns nicht mit der nötigen Achtung und Würde behandeln, die uns zusteht. Und wenn wir ehrlich sind, überschreiten auch wir Grenzen anderer. Manchmal gar nicht in böser Absicht. Bei dem einen kommen daraufhin Rachegefühle hoch und alles schreit nach Vergeltung. Bei anderen stellt sich Verbitterung ein. So mancher resigniert und zieht sich zurück. Nicht zuletzt deswegen, um ja nicht erneut verletzt zu werden. Doch Rache oder den Schmerz verdrängen ist nur eine Scheinlösung.

Den Schmerz sehen

Das ist das Erste, was nötig ist bei Verletzungen: Es muss raus! Gestehe dir ein, dass die Verletzungen und die damit verbundenen Gedanken und Gefühle da sind. Vielleicht erschrickst du dabei über dich selbst. Aber sie existieren nun einmal, diese verletzten Gefühle und die schmerzenden Gedanken.

Doch oft kommen wir mit unseren seelischen Verletzungen nicht allein zurecht. Wir sind auf Hilfe von außen angewiesen, um wieder in unser seelisches Gleichgewicht zu finden. Es ist gut, hier verständnisvolle Menschen an seiner Seite zu haben. Doch es gibt noch einen entscheidenden Schritt darüber hinaus. Vertraue deine Verletzungen Gott an und lege den Heilungsprozess in seine Hände. In den Psalmen wird über ihn gesagt: „Er schenkt denen Heilung, die ein gebrochenes Herz haben und verbindet ihre schmerzenden Wunden.“ (Die Bibel, Psalm 147,3)

Vergebung heilt

Jesus möchte dich bei auf dem Weg der Heilung begleiten. Wichtig wird sein, wie du mit dem umgehst, der dich verletzt hat. Bei Jesus lernen wir, was wichtig ist. Als er unschuldig am Kreuz hing, betete er: „Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Die Bibel, Lukas 23,34)

Dort am Kreuz starb Jesus, damit wir Menschen mit Gott Gemeinschaft haben können. Er vergab nicht nur seinen Mördern, sondern auch dir und mir. All das, wo wir nicht so gedacht oder gehandelt haben, wie Gott das möchte. Wer diese göttliche Vergebung angenommen hat, kann, ja soll sogar vergeben: „Seid aber untereinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ (Die Bibel: Epheser 4,32)

Das ist nicht einfach. Auch geht das nicht von jetzt auf gleich. Doch wir können mit Gottes Hilfe rechnen. Jesus lädt dich ein: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last erdrückt werdet; ich werde euch Ruhe geben.“ (Die Bibel, Matthäus 11,28)

6 Kommentare zu “Verletzungen

  1. Maike sagt:

    Hallo liebe Geschwister, wie sieht das mit „Vertrauen“ aus? Was ist, wenn man vergibt, aber dennoch das Vertrauen in Menschen verliert? Hängt Vertrauen mit Vergebung zusammen? Kann man wirklich, wenn man vergeben hat, auch wieder vertrauen?

    • Missionswerk Heukelbach sagt:

      Hallo Maike, das ist eine spannende Frage.
      Die Erfahrung zeigt: Beziehungen können nur dann wieder in Ordnung kommen, wenn einer der beiden etwas riskiert. Wenn er sagt: „Ich fange an. Ich gehe wieder auf den anderen zu. Ich tue ihm wieder Gutes. Ich zahle wieder ein auf dieses Vertrauenskonto. Was ich mir wünsche, tue ich zuerst, ohne Vorleistung. Ich wage es. Ich will verzeihen, was der andere mir angetan hat.“ Und nebenbei: Wer vergibt, tut auch sich selbst etwas Gutes. Denn wenn wir jemandem etwas nachtragen, wer trägt dann? Nicht der andere, sondern ich. Vergeben entlastet wirklich. Auch mich.
      Wer vergibt, begibt sich auf einen Weg. Vergebung kann heißen: „Ich gebe dem anderen und damit uns wieder eine Chance. Jetzt müssen wir wieder lernen, auf das Vertrauenskonto einzuzahlen.“ Gott um Vergebung zu bitten und einander zu vergeben, ist erst der Anfang – der entscheidende Anfang. Aber viele kleine Schritte werden folgen müssen, damit Vertrauen wieder wächst. Und das dauert…

    • Melanie Stadelbauer sagt:

      Hallo Maike, ich kenne diese Fragestellung auch aus meinem Leben sehr gut. Durch verschiedene schwere Verletzungen wurde mein Vertrauen in Gott und Menschen nahezu völlig zerstört. Nachdem ich vor 12 Jahren den Menschen, die mir diese Wunden zugefügt haben, von Herzen vergeben habe, hat sich im Punkt Vertrauen dennoch sehr wenig getan.
      Vor einem Jahr habe ich mich ganz bewusst dafür entschieden, Gott und den Menschen in meinem Umfeld einen Vertrauensvorschuss zu geben. Dieser Schritt war nicht einfach und mit vielen Tränen und so manchem Tief verbunden. Doch Gott hat diesen Schritt belohnt und mir geholfen, aus meinem Schneckenhaus herauszukommen.

      Einfach ist das nicht und es geht auch nicht von selbst. Wenn du allerdings Gott das Ruder überlässt und einen Vertrauensvorschuss riskierst, wirst du langsam an den Punkt herangeführt werden, auch von ganzem Herzen wieder vertrauen zu können.

      Ich wünsche dir, dass du Gottes Hilfe annehmen und diesen Schritt in den Vertrauensvorschuss gehe kannst!

  2. Sia sagt:

    Wenn Verdraengungen da sind? Psychosomatische Beschwerden, Rachegefühle.
    Meine Freundin gibt sie immer ab. Nichts tut sich.
    Sie ist frustriert.

    • Missionswerk Heukelbach sagt:

      Hallo Sia, danke für deinen Kommentar. Ja, das kann ein langer Heilungsprozess sein… Wenn deine Freundin jemanden zum Reden braucht, oder einen Rat einholen möchte, kann sie sich gern an unsere Seelsorge wenden. Unser Seelsorge-Team ist gern für sie da und behandelt ihr Anliegen vertraulich. Liebe Grüße

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