BESONNENHEIT IN EINER AUFGEREGTEN GESELLSCHAFT

Wir leben in einer aufgeregten Gesellschaft – nicht erst seit der Corona-Krise. Doch als Christen können wir einen Unterschied machen: Nicht Unmut und Ärger muss unser Herz bestimmen, sondern der Geist Gottes, der Besonnenheit schenkt.
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Wie kann man Besonnenheit trainieren

Geschätzte Lesezeit: 3:33 Minuten

Ob bei Demonstrationen, im Smalltalk oder in politischen Debatten: Immer wieder mal macht sich Unmut breit. Wenn man teilhat am gesellschaftlichen Leben, kann man sich dessen kaum erwehren. Von einer „aufgeregten Gesellschaft“ ist mittlerweile die Rede. Und zugegeben: Es geht um Fragen, die tatsächlich unser Leben und unseren Alltag berühren oder sogar bestimmen. Spätestens die Corona-Krise hat das deutlich gemacht. Doch gerade in diesem Klima der Aufgeregtheit müssen wir uns als Christen fragen: Will ich mich davon bestimmen lassen? Und: Welchen Beitrag, gerade auch in Gesprächen, könnte ich geben, um eine andere Möglichkeit aufzuzeigen?

HALTE ÄRGER FERN!

In Prediger 11,10 finden wir einen wichtigen Rat: „Entferne den Unmut aus deinem Herzen und halte das Übel von deinem Leib fern, denn Jugend und dunkles Haar sind nichtig!“ Schaden vom Körper fernzuhalten, das leuchtet uns ein. Doch genauso wichtig ist es, den Unmut aus Herz und Sinn fernzuhalten und – wenn dieser sich eingenistet hat – ihn zu entfernen. Auch wenn diese Aufforderung zunächst an die Jugend ergeht, gilt sie ebenso uns Älteren. Wenn es hier heißt: „Entferne den Unmut aus deinem Herzen“, können wir offensichtlich darüber entscheiden, welchen Gedanken und Gefühlen wir es erlauben, sich in unseren Herzen zu verfestigen.

DER GEIST DER BESONNENHEIT

Menschen, die an Jesus Christus glauben, sind mit einem Geist beschenkt, der nicht nur der Furcht, sondern auch dem Unmut und dem Ärger entgegenwirkt. Es ist der Geist „der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Timotheus 1,7). Besonnenheit lässt sich nicht einfach von einer Stimmung mitreißen, sondern weiß sich zu beherrschen. Sie zügelt unsere Gedanken und findet das gesunde Maß in einer aufgeregten Gesellschaft. Doch was kann uns helfen, dass dieser Geist der Besonnenheit uns leitet? Hier einige Impulse:

ZUR RUHE KOMMEN

Besonnenheit gelingt nicht, wenn wir hochtourig leben. Ein Spaziergang in der Natur kann uns helfen zu sehen, dass gesundes Wachsen unaufgeregt geschieht. Dabei können wir uns ganz bewusst vergegenwärtigen, dass „unsere Hilfe im Namen dessen steht, der Himmel und Erde gemacht hat“ (Psalm 124,8). Das weitet unseren Blick und wir beginnen dankbar zu sehen, was wir bei allen Schwierigkeiten doch haben.

Wenn wir zudem Gottes Wort zur Hand nehmen und mit einer offenen Haltung von Jesus lernen, werden wir „Ruhe für unsere Seele finden“ (Matthäus 11,28). Solche Zeit der Stille hilft uns, das rechte Maß zu finden und dabei geprägt zu werden von der Art, wie Jesus mit allem umgegangen ist.

IM HEUTE LEBEN

Ruhe und Stille bedeuten allerdings nicht Rückzug in die Innerlichkeit, sondern vielmehr Aufbruch ins Leben, in den Tag. So ermutigt uns Jesus: „Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage“ (Matthäus 6,34). Daraus schloss Sören Kierkegaard: „Ein Christ lebt im Heute.“ Unmut und Angst lähmen uns oder lassen uns Unbedachtes tun. Doch wir dürfen uns im Vertrauen auf die Fürsorge des himmlischen Vaters dem Tagewerk zuwenden. Und zu tun gibt es genug!

ANDEREN UNTERSTÜTZUNG GEBEN

Was am Ende zählt, sind Beziehungen. Gerade wenn wir uns auf andere ausrichten und für sie da sind, hilft uns das, die Besonnenheit zu finden, die wir brauchen. Denn hier kann sich die „Kraft und Liebe“ des Geistes Gottes entfalten. Dann bleiben wir nicht im Hamsterrad unserer Gedanken des Unmuts oder der destruktiven Gefühle gefangen. Wir können der Liebe einen kraftvollen Ausdruck geben.

Wie wäre es, wenn dadurch andere Mut fassen könnten? Wie wäre es, wenn in einer aufgeregten Gesellschaft gerade die Gläubigen eine attraktive Alternative bieten würden? Wir wollen andere ja nicht mit unserem Unmut, mit unserer Bitterkeit und Unzufriedenheit anstecken. Vielmehr sollen wir durch die kraftvolle Liebe Vertrauen wecken, Hoffnung verströmen und Barmherzigkeit zeigen. Mit dem Geist „der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ ist das möglich. Und ja, wir sind verantwortlich für das, was von uns auf unsere Umgebung ausstrahlt.

DEN FRIEDEN BRINGEN

Als unser Herr seine Jünger aussandte, sollte ihr Auftrag unter anderem sein, Frieden anzubieten (vgl. Lukas 10,5–6). Nicht jeder wird diesen Frieden angenommen haben. Wir können auch heute niemanden zwingen, seinen Unmut aufzugeben. Doch wir können mit gutem Beispiel vorangehen, indem wir aus dem Frieden leben, der uns mit Christus gegeben ist. Und wir können uns auf den Weg machen und das „Evangelium des Friedens“ verbreiten (vgl. Epheser 6,15).

Dieser Text ist auch als Flyer erschienen. Du kannst ihn kostenfrei zum Weitergeben bestellen.

Kommentare

6 Kommentare zu “BESONNENHEIT IN EINER AUFGEREGTEN GESELLSCHAFT

  1. Valentina von Känel-Davaz sagt:

    Herzlichen Dank für die Betonung auf ‚Besonnenheit‘! Mir ist neulich auch noch Ps 37, 7,:dass wir uns nicht über die Bösen entrüsten sollen, oder Amos 5,13: „Der Kluge schweige in dieser Zeit, eine böse Zeit!“ aufgegangen. Ja, wir Christen sollen den Unterschied ausmachen und dadurch Hinweisschilder auf unseren Herrn sein!

  2. Claus F. Dieterle sagt:

    Der Umgang mit seinen Gedanken ist nicht nur Gegentsand der Kognitiven Verhaltenstherapie, sondern auch der Bibel:

    Mehr als auf alles andere achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben.
    Sprichwörter 4,23

    Quäl dich nicht selbst mit nutzlosem Grübenl! …sprich Dir Mut zu…
    Jesus Sirach 30, 21-23

    Der Schwache spreche: Ich bin stark!
    Joel 4,10

    Wenn dir´s schlecht geht, so bedenke, dass dir´s wieder gut gehen kann.
    Jesus Sirach 11,26

    Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?
    Der HERR ist meines Lebens Kraft.
    Psalm 27,1

    Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln
    wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden…
    Jesaja 40,31

    Sei stark und entschlossen! Hab keine Angst…
    Josua 3 ,25

    Hab ich vor etwas Angst, so trifft es mich.
    Wovor ich zittere, das kommt bestimmt.
    Hiob 3,25

    Claus F. Dieterle

  3. Helene Gerz sagt:

    Herzlichen Dank für diesen wichtigen
    Beitrag.
    Zur Zeit ist ja das Lieblingsthema „corona“ darüber dürfen wir nicht vergessen, das unser großer Gott auch diesen Virus in seiner Hand hält .
    Hoffnungsvolle Grüße von Helen Gerz

      • Theresia sagt:

        Ganz wunderbare Gedanken. Sie zeigen auf, was wichtig ist in unserer besonderen Zeit. Immer wieder den Geist der Kraft und der Besonnenheit einzulassen, um in uns zu wirken . Danke

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