Gott macht keine Fehler

Als Joana mit ihrer Familie in den Urlaub nach Rumänien fährt, kommt es zu einem schrecklichen Unfall. In diesem Gastbeitrag erzählt sie, wie sie mit den Folgen fertig wird.
Stroh wirbelt in der Luft auf. Blogbild zum Thema: Unfall - Gott macht keine Fehler.

Ich bin gebürtige Rumänin, lebte aber zusammen mit meinem Mann Robert und unserer kleinen Tochter Deborah in Deutschland. Wir waren gerade auf der Fahrt in den Urlaub, um meine Mutter in Rumänien zu besuchen, als der Unfall passierte.

Es ging alles so schnell, dass ich mich nicht mehr erinnern kann, wie es genau passiert ist. Im Unfallbericht stand, mein Mann sei am Steuer eingeschlafen. Unser Auto war mit einem anderen Fahrzeug zusammengestoßen und später in Flammen aufgegangen. Jemand zog mich aus dem Auto, während ich nahezu am ganzen Körper brannte. Ich rief immer wieder nach meinem Kind – dann hörte ich einen Knall – das Auto war explodiert. Das ist das Letzte, an das ich mich erinnern kann. Dann wurde ich bewusstlos.

Seit dem Unfall ist nichts mehr wie es war

Die Familie meines Mannes holte mich nach Deutschland zurück. Ich kam in ein Bundeswehr-Krankenhaus, das auf Brandverletzungen spezialisiert war.

Mein Oberkörper war vollständig verbrannt. Die Verbrennungen an den Armen hatten meinen linken Unterarm und die Finger der rechten Hand gefordert. Am schlimmsten war aber mein Kopf betroffen. Keiner dachte, dass ich überleben würde.

Die Ärzte mussten mich in ein künstliches Koma versetzen. Als ich nach einer Zeit allmählich aus dem Koma erwachte, stand meine Schwiegermutter an meinem Bett. Mein Anblick muss für sie schwer zu ertragen gewesen sein. Sie sagte: „Joana, du musst stark sein, wir beten für dich. Deborah und Robert leben nicht mehr.“

Die Worte ließen mich nicht los

Ab diesem Moment war ich wie gelähmt vor Trauer. Dieser Zustand hielt jahrelang an. Es gibt keine Worte, die diesen Verlust wirklich beschreiben könnten. Plötzlich war ich einfach allein. Mühsam kämpfte ich mich ins Leben zurück, musste vieles neu lernen, wie ein kleines Kind.

Es gibt keine Worte, die diesen Verlust wirklich beschreiben könnten.

In dieser Zeit haben mich meine Schwägerin, meine Schwester und meine Schwiegermutter abwechselnd betreut. Ich brauchte für alles Hilfe und sie waren für mich da. Deshalb folgte ich gerne der Einladung meines Schwagers und meiner Schwägerin in die christliche Gemeinde, in die sie immer gingen.

Nach dieser Entscheidung habe ich mich wertvoll und glücklich gefühlt. Ich war verbrannt, hatte keine Haare, und die Menschen in der Reha machten einen Bogen um mich. Aber ich dachte nur: „Wenn ihr wüsstet, wer ich jetzt bin – ich bin ein Kind Gottes!“ Ich habe wirklich innerlich gestrahlt und hätte jedem erzählen können, was für ein besonderer Mensch ich nun war, trotz meiner Verletzungen. Ich darf leben – ich darf für immer leben!

Das muss ein Wunder sein

Insgesamt sechs Jahre war ich in Reha-Behandlungen, musste wieder laufen lernen, war zeitweise rund um die Uhr auf Pflege angewiesen, trug einen Kompressionsanzug, hatte immer wieder offene Hautstellen. Auch waren meine Augen so vernarbt, dass ich nicht sehen konnte. Doch Gott schenkte ein Wunder. Ich bekam Kontakt zu einem plastischen Chirurgen. Dieser Arzt transplantierte Haut von meinem Oberarm und legte sie in einem Stück auf jeweils beide Augen. Nachdem diese Haut angeheilt war, trennte der Arzt die transplantierte Haut in der Mitte und war selbst ganz erschrocken, als sich diese Lider bewegten. Er hatte nämlich weder Muskeln noch Nerven transplantiert. Er sagte zu mir: „Da muss wirklich ein Wunder geschehen sein!“ Auf meinem linken Auge ist die Hornhaut vollkommen verbrannt, aber auf meinem rechten Auge kann ich inzwischen durch eine harte Kontaktlinse und eine Brille 100 % sehen!

Jesus liebt mich mit meinen Narben

In der schweren Zeit der Wiederherstellung – nach 40 Operationen habe ich aufgehört zu zählen – habe ich eines immer gewusst: Gott ist da! Gott hat bei vielen Operationen Wunder getan. Entgegen der Prognosen der Ärzte, die annahmen, ich würde für immer ein Pflegefall sein, kann ich heute selbstständig leben. An meinem linken Arm habe ich eine Prothese, und obwohl mir an der rechten Hand die Finger fehlen, kann ich mir mit Hilfsmitteln helfen: Ich kann mich waschen, mich anziehen, putzen und kochen!

Er liebt mich so, wie ich bin.

Mein Körper ist immer noch vernarbt. Aber wenn ich in den Spiegel schaue, denke ich: Jesus liebt diesen Körper und diese Narben. Er liebt mich so, wie ich bin. Also, wie könnte ich sie (diesen Körper und die Narben) nicht lieben?

Gott ist für mich da!

Der Verlust meines Kindes und die lange schwere Krankheitszeit haben sehr viel Kraft gekostet – aber Gott war immer da! Und ich weiß, mein Kind ist bei Jesus! Wenn ich eines Tages zu Jesus komme, wird meine Tochter mir in die Arme laufen und sagen: „Mama, Jesus hat mich nicht einen Moment aus den Augen verloren!“

Dieses Wissen, dass Jesus bei meiner Tochter ist und auch bei mir hier auf der Erde, gibt mir jeden Tag Kraft!

Trotzdem gibt es auch in meinem Leben Phasen, in denen ich traurig bin und es mir nicht gut geht. Dann gibt es etwas, an dem ich mich festhalten kann: Gott ist für mich da und ich bin mir sicher, dass er keine Fehler macht.

Machst du gerade auch schwere Zeiten durch? Haderst du mit Gott und fragst dich, warum er Leid zulässt? Lies weiter in unserem Blog und erfahre, wieso es sich lohnt, dieser Frage nachzugehen, obwohl wir sie letztlich nicht beantworten können.

Über unsere Kontaktseite kannst du dich außerdem gern persönlich an uns wenden und mit uns über deine Not sprechen.

Kommentare

2 Kommentare zu “Gott macht keine Fehler

  1. Ela sagt:

    Sooo traurig… aber auch erfreulich das du jetzt dein Leben mit dem Herrn lebst. Dank sei dem Herrn Joana das du den Herrn Jesus kennenlernen durftest und dein Leben mit ihm lebst und du an Gott festhalten kannst in allem. Der Herr Stärke dich und führe dich auf deinen Lebensweg. Gottes Segen wünsche ich dir !

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