WALDEMAR GRAB: „WUNSCHLOS WAR ICH NIE“

Der Lebenslauf von Waldemar Grab (1956) liest sich wie ein Drehbuch. Seine vielseitigen Begabungen brachte er nicht nur in Wirtschaft und Politik ein, sondern auch als Showpianist auf der MS Deutschland, dem Traumschiff. Er war immer auf der Suche nach „Mehr“ - bis er dieses „Mehr“ in einer Person gefunden hat.
Share on facebook
Share on telegram
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on email
Waldemar Grab hat ein bewegtes Leben

Als kleiner Junge schaute Waldemar Grab in den Himmel, beobachtete Flugzeuge und wünschte sich, die große weite Welt zu entdecken. Zwei Jahrzehnte später flog er mit dem damaligen Kanzler Helmut Schmidt und dem Außenminister Hans-Dietrich Genscher rund um die Welt. Während seiner Zeit bei der Bundeswehr war er nach der Grundausbildung zum Flugbegleiter für die Kanzlermaschine ernannt worden und erlebte nun hautnah mit, wie Weltpolitik gemacht wurde. Doch nach sieben Jahren merkte er 1982, dass etwas Neues dran ist. „In mir war stets eine gewisse Unruhe“, erinnert sich Waldemar. Nachdem er bei der Bundeswehr eine Ausbildung zum Krankenpfleger und Rettungssanitäter absolviert hatte, blieb er direkt als Lehrer an der Schule. Doch Berufssoldat wollte er nicht werden. Nach unterschiedlichen Stationen in der Wirtschaft und Politik nahm sein Leben eine unerwartete Wendung: Er wurde in einer Hotelbar von Stargeiger André Rieu entdeckt!

SWING-SESSIONS MIT ANRE RIEU

„Ich war ein starker Autodidakt, ich konnte aus jedem Notenblatt etwas machen“, beschreibt Waldemar Grab sein musikalisches Talent. Um ein wenig Geld nebenher zu verdienen, spielte er in Hotelbars. Eines Abends saß er am Klavier im Möwenpick in Lübeck, als André Rieu an die Bar trat – doch nach kurzer Zeit schon wieder verschwand. „Ich dachte nur: Wenn alle in der High-Society so sind, können die mir gestohlen bleiben“, erzählt Waldemar. Doch dann die Überraschung: Zehn Minuten später kam André Rieu mit seinen Blechbläsern zurück. Bis um halb vier morgens spielten sie gemeinsam Swing. Ein Jahr später spielte Waldemar bei Rieus Geburtstag in Maastricht.

ALS TRAUMSCHIFF-PIANIST IN DER WELT UNTERWEGS

Kurz darauf erlebte er in Hamburg ein Déjà-Vu: Er spielte erneut in einem Hotel und wurde von Wolfgang Rademann, dem Produzenten der Schwarzwaldklinik und des Traumschiffs, entdeckt. Waldemar Grab wurde zum Traumschiffpianisten und schipperte von 1998 bis 2004 mit den Schönen und Reichen über die Ozeane. „Ich fühlte mich wie im siebten Himmel. Ich hatte es geschafft, ich war in der High-Society angekommen“, sagt Waldemar. Er wurde süchtig nach Anerkennung. „Ich lebte davon, dass die Menschen applaudieren. Ich wollte immer mehr Anerkennung und Ehre. Wunschlos war ich nie“, gibt er zu. In den fernöstlichen Religionen suchte er nach Erfüllung. Doch alle Mediationen, Klangschalen und Räucherstäbchen halfen ihm nicht, die Fragen nach dem Sinn des Lebens zu beantworten.

DEM TOD VON DER SCHIPPE GESPRUNGEN

Im Juli 2000 entging Waldemar nur knapp dem Tod. Er sollte mit der Concorde von Frankreich in die USA fliegen. Wenige Tage davor wurde er auf die langsame Lufthansa-Maschine umgebucht. Als er in den Staaten landete, erfuhr er, dass die Concorde verunglückt war. Alle 109 Insassen waren tot – darunter einige Crewmitglieder sowie seine Tante und sein Onkel. „Ich war dem Tod von der Schippe gesprungen. Doch ich verdrängte die bohrenden Fragen“, erzählt er. Die Kreuzfahrtgäste wollten einen fröhlichen Unterhalter – „the show must go on“. Doch kurz darauf verpasste Waldemar auf Samoa ein Taxi in den Tod. Ein Kapitän verunglückte tödlich – er selbst überlebte, weil er wenige Minuten zu spät kam. Statt an den Abenden das Bordfernsehprogramm zu schauen, beschloss Waldemar, einer inneren Eingebung folgend, das Neue Testament der Gideons in seiner VIP-Kabine aufzuschlagen. Zwei Jahre lang las er täglich darin. Eines Abends machte es „Klick“: „Ich hörte, wie Jesus sagte:  ‚Ich bin der Weg in deinem Labyrinth des Lebens. Ich bin die Wahrheit in deinem Lügengebäude. Ich bin das Leben, du lebst doch so gern! Ich bin das wirkliche Leben! Niemand kommt zum Vater, als nur mich – nicht durch Klangschalen oder Räucherstäbchen.‘ Da habe ich oben an Deck der MS Deutschland mein Leben Jesus gegeben.“

UNTERWEGS ALS HOFFNUNGSTRÄGER

Diese Entscheidung war die wichtigste in Waldemars Leben. Zwei Jahre später verließ er das Traumschiff, um auf eine Bibelschule zu gehen. Mit 50 Jahren drückte er wieder die Schulbank. Anton Schulte (1925-2010), der Gründer des Missionswerks „Neues Leben“, zu dem die Bibelschule gehört, wurde zu seinem persönlichen Mentor. Als Waldemar die Idee hatte ins Kloster gehen, um Gott zu dienen, war Anton es, der ihn davon abhielt. Er sagte zu ihm: „Nein, nach diesem Leben kannst du nicht Radieschen im Kloster pflanzen, du musst unter die Leute und ihnen von Jesus erzählen.“ Genau das geschah. Waldemar heiratete die Sekretärin Anton Schultes und gründete gemeinsam mit ihr und Freunden im Jahr 2006 das Missionswerk „Hoffnungsträger“. Als Musikevangelist ist Waldemar in ganz Deutschland unterwegs. In Konzerten hören seine Zuhörer nicht nur spannende Geschichten aus seinem bewegten Leben, sondern auch die gute Nachricht von Jesus Christus. Denn diese hat sein bewegtes Leben mehr als alles andere verändert.

Mehr darüber hörst du im Podcast „Das Gespräch“:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Die Heukelbach-App

Glauben.Leben.Teilen.

Jetzt herunterladen