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Manche Kinder kannst du länger begleiten, anderen einen kleinen Impuls mitgeben. Alles hat seinen Platz. Wichtig ist, dass du ihnen so begegnest, wie sie es brauchen: Für Jesus sind Kinder besonders wertvoll. Und damit besonders schützenswert. Sensibilität ist das Stichwort. Es ist großartig, dass du dich dieser wundervollen Herausforderung annimmst!
Sachlich ist das Evangelium schnell erzählt: Am besten in klaren, kurzen Sätzen. Mit viel Zeit und Geduld für Fragen und Sorgen. Manchmal passt es besser, nur einen kleinen Ausschnitt tiefer zu beleuchten. Und das Erzählte mit Bildern, Geschichten, Spielen etc. lebendiger zu gestalten. Beachte, dass Kinder abstrakte Begriffe und Zusammenhänge noch nicht verstehen können. Zudem können Ängste und Schuldgefühle sie schnell überwältigen. Halte jede noch so kleine Drohung aus deinen Erklärungen fern. – Besonders bei den schwierigen Themen von Schuld und Sünde. Gottes bedingungslose Liebe vorzuleben ist schließlich so viel wertvoller als jede Erklärung.
In allem, was du tust: Mach Jesus groß! Stell immer in den Mittelpunkt, wie wunderbar, herrlich und liebevoll er ist. Dann können sich Kinder wirklich darauf einlassen. Die Erkenntnis, dass im eigenen Leben nicht alles zu Jesus passt, kommt beizeiten von selbst. Dann bist du – oder jemand anders – für das Kind da.
Mache dir selbst keinen Druck: Der Weg in die rettenden Arme von Jesus besteht oft aus vielen kleinen Schritten. Begleite mit Freude einen oder mehrere davon. Es müssen nicht alle auf einmal sein. Und es braucht nicht unbedingt der letzte Schritt zur Umkehr sein. – Wann die rechte Zeit für diesen Schritt ist, entscheidet Gott allein.
Leider müssen wir noch ein sensibles Thema ansprechen: Eigentlich versteht es sich von selbst, dass wir Kinder nie in Bedrängnis oder gar Gefahr bringen dürfen – auch nicht unbewusst. Dazu gehört etwa, niemals an Schulen oder Spielplätzen einfach Geschenke zu verteilen. Auch Menschen, die keine guten Absichten haben, könnten so vorgehen. Kinder können das nicht unbedingt unterscheiden. Schlimmstenfalls nehmen sie nach einer positiven Begegnung auch hinterhältige Einladungen an. Zu Recht schützen Eltern und Lehrer Kinder vor solchen Begegnungen. Tue also generell nichts gegen den Willen der Eltern oder ohne ihr Wissen.
1. Engagiere dich in deiner Gemeinde

Klingt selbstverständlich? – Super! Beginne mit deiner Alltagsmission dort, wo du bist. Die Gemeinde ist tatsächlich ein häufig unterschätztes Missionsfeld. Klar sind in Sonntagsschule, Pfadfindertreffen und Co. überwiegend Kinder aus christlichen Elternhäusern. Auf den ersten Blick könnte man meinen, man habe nur junge Christen vor sich. Viele Erwachsene setzen das so voraus. Sie lehren dann vor allem, wie man sein frommes Leben gut gestaltet. Kommt dir das bekannt vor?
Nun lebt ein Kind mit christlichen Eltern nicht automatisch in Beziehung mit Jesus. Das ändert sich auch nicht durch fundiertes Bibelwissen und einen frommen Lebensstil. Vieles davon kann ein Kind aus sich heraus gar nicht unbedingt verstehen. Gerade weil das so oft vergessen oder übergangen wird, wollen wir dich dafür sensibilisieren.
Konzentriere dich deshalb in deiner Gemeindearbeit mit Kindern auf den Kern: Das Evangelium. Mache Jesus groß. Mache Kinder mit ihm bekannt. Erkläre ihnen die Grundlagen und fang auch für sie ganz vorne an. Beantworte ihre Fragen und sei bei Sorgen für sie da. Lebe ihnen vor, was es bedeutet in Beziehung mit Jesus zu sein. Hier hast du viel Raum, die Kinder in Gottes Liebe tief zu prägen.
2. Sei kreativ, wenn du beruflich mit Kindern zu tun hast
Du hast die Kinder auf dem Herzen, die du an der Arbeit täglich siehst? – In manchen Berufen hast du es überwiegend mit fremden Kindern zu tun, das macht die Sache natürlich schwieriger. Im pädagogischen Alltag kann es aus anderen Gründen herausfordernd werden: Immerhin gelten oft klare Regeln, was du den Kindern weitergeben darfst und was nicht. Möglicherweise ist dir sogar vertraglich untersagt worden, Kinder religiös zu beeinflussen.
Doch auch dann gibt es Möglichkeiten, deinen Glauben zu teilen. Etwa wenn dich ein Kind von sich aus nach deiner Meinung zu etwas fragt. Dann ist es durchaus in Ordnung, auch mit Gottesbezug zu antworten. Genauso ist das Gebet für die Kinder immer möglich.
Ein schönes Beispiel gibt Grundschullehrerin Carina im Blogbeitrag „Mit Kindern beten“. Sie erzählte uns, dass sie in einem Gebetsprojekt den Kindern bestellte Kärtchen geben wollte. Die Rektorin lehnte ab, weil die Kinder damit ein Geschenk wegen ihrer Religionszugehörigkeit bekommen hätten. Also entschied sich Carina kurzerhand für Bibelverse, selbst abgetippt und ausgedruckt. – Beschriebene Papierstreifen mitzugeben war ihr als Lehrerin selbstverständlich erlaubt. Kreativität zahlt sich aus!

3. Erkläre das Evangelium deinen Kindern und ihren Freunden
Deinen Kindern kannst du die beste Botschaft jeden Tag vorleben – was für ein Privileg. Vielleicht sind ihre Freunde öfter bei euch zu Besuch? Dann erleben sie euren Alltag selbstverständlich mit. Etwa wenn ihr zum Essen betet, christliche Bücher oder Kinderfilme gemeinsam anschaut. Vielleicht habt ihr auch eine Familienandacht, bei der die Freunde mal dabei sein können. Euer liebevoller Umgang miteinander wird die Kinder – ebenso wie die ganz natürliche Einbeziehung Gottes in den Alltag – vielleicht am meisten beeindrucken.
Geh gern noch einen Schritt weiter: Mach doch zum nächsten Kindergeburtstag eine Doppeldecker-Crew-Party. Dann können die Kids gemeinsam eine Folge anhören. Wenn du möchtest, suchst du vorher noch einen passenden (kurzen!) Bibelabschnitt raus. Den könnt ihr vorlesen und darüber sprechen. Abgerundet wird das Ganze durch passende Deko, Spiele, Challenges und vielleicht sogar einen Doppeldecker-Kuchen. Als Highlight bekommt jedes Kind eine Staffelmappe geschenkt.
Das Schöne ist, dass die Eltern der Kinder dich im Normalfall gut kennen. Ihr vertraut einander und sie wissen, dass du ihren Kindern schöne, hochwertige Sachen mitgibst. Sie werden Freude daran haben, dass ihre Kinder sich bei euch wohlfühlen. Wie üblich ist einfach Sensibilität gefragt: Wenn die Eltern etwas für ihre Kinder nicht wollen, dann lass es sein. Seid da unter euch Erwachsenen im offenen Austausch. Und sei natürlich zu den Kindern immer liebevoll und respektiere ihre Grenzen.
4. Veranstalte ein Gemeindefest
Ob zu Weihnachten, Ostern oder als christliche Alternative zu Halloween – Kinder lieben Feste. Warum nicht deine Leidenschaft als Alltagsmissionar genau hier einbringen? Die Idee ähnelt der Geburtstagsfeier. Wenn du dich mit anderen Familien zusammentust, könnt ihr das Ganze eine Nummer größer gestalten.
Das Konzept kann immer ähnlich sein: Hübsche Deko, leckeres Essen, ein biblischer Impuls, gemeinsames Basteln oder Kochen und jede Menge Spaß und Action. Das geht auch mit wenig Budget – lass deiner Kreativität freien Lauf. Zu den Festen kannst du bekannte Kinder und ihre Familien dann einladen: Aus Freundeskreis, Nachbarschaft und Verwandtschaft. Oder auch über deine Reichweite in den sozialen Medien. Wer kommt, erlebt eine schöne Zeit in guter Gemeinschaft mit wertvollem Impuls.
5. Seid in der Gemeinde offen für Familien
Eure Gastfreundschaft in der Gemeinde braucht nicht auf einzelne Anlässe beschränkt bleiben. Es bieten sich etliche Gelegenheiten, Familien mit Kindern regelmäßig zu euch einzuladen. Gerne auch zum Gottesdienst, aber das ist nicht, worauf wir hier hinauswollen. Manche Eltern haben da (noch) Berührungsschwierigkeiten. Das dürfen wir respektieren und ihnen und ihren Kindern unsere Hand liebevoll reichen. Denn gute Angebote für Kinder nehmen die meisten gerne an.
Die Pfadfinderarbeit ist ein gutes Beispiel. Hat deine Gemeinde einen Stamm? Oder könnte sich vorstellen, einen zu eröffnen? Hier kommen oft auch gemeindeferne Kinder und nehmen wertvollen Input mit. Schon allein, weil Fackelwanderungen, Lagerfeuer mit Stockbrot und draußen schlafen einfach Spaß machen!

Für kleine Kinder sind Eltern-Kind-Gruppen ein schönes Gemeinschaftsangebot. Diese Gruppen gibt es doch sowieso überall – wieso nicht auch mit der guten Nachricht von Jesus im Programm? Selbst Sport geht evangelistisch. Lies dazu unseren Blogartikel: Als Christ im Sport unterwegs, ein Gastbeitrag der Organisation Sportler ruft Sportler.
Du magst es lieber klassisch? Liebe geht bekanntlich durch den Magen: Organisiere doch einen Frühstücksgottesdienst oder ein Gemeindemittagessen. Ihr könnt gezielt Familien dazu einladen.
6. Hefte dich an die Fersen erfahrener Kinderevangelisten
Es gibt großartige Projekte, die sich darauf spezialisiert haben, Kindern das Evangelium zu erklären. Zu nennen sind da etwa die Api-Lego-Stadt und der Life-is-More-Bus. Diese Angebote kannst du samt Referent oder Team für Aktionen in deiner Stadt anfragen. Erfahrene Mitarbeiter bringen das Evangelium spielerisch zu den Kindern. Und du kannst hautnah mit dabei sein – als lernender Beobachter oder direkt mittendrin.
Auch für den Missions-Kinder-(MiKi)-Tag haben Christen schon viel gute Vorarbeit geleistet. Primär ist der Tag eine Ermutigung an gläubige Kinder, das Evangelium selbst weiterzugeben. Aber auch als Erwachsener kannst du von den wertvollen Inputs und Aktionsideen lernen. Während der Coronazeit hat das MiKi-Tag-Team ein ToGo-Paket erarbeitet. Damit kannst du das Programm auch in deiner Gemeinde durchführen.
Das sind nur einige Beispiele. Mach dich schlau und finde heraus, welche Aktion zu deiner Alltagsmission am besten passt.
7. Sei präsent in deinem Wohnort
Informiere dich doch mal, welche Veranstaltungen es in deiner Umgebung gibt. In vielen Orten gibt es jährliche Dorf- oder Stadtteilfeste. Auch manche größeren Nachbarschaften veranstalten gemeinsame Feiern. Wenn du im Vereinsleben aktiv bist, weißt du sicherlich, wann das nächste Sport- oder Feuerwehrfest ist. Veranstaltungen an Schulen und Kindergärten passen, wenn deine Kinder die entsprechende Einrichtung besuchen.
Oft werden solche Events privat oder von einem regionalen Träger organisiert. Frag vorab bei den Verantwortlichen nach, ob und wie du dich einbringen kannst. Beim Schminken, Waffelnbacken oder Kistenklettern bist du dann direkt mit den Kindern in Kontakt. Deine Gemeinde könnte sogar einen Familien-Pavillon anbieten, um dort in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen.
Mit kleinen, leicht verständlichen Impulsen säst du Samen aus, die aufgehen und wachsen können.
Kleine evangelistische Geschenke für die Kinder sind okay, wie üblich natürlich mit Erlaubnis der Eltern. Unser Tipp: Frag zu passender Gelegenheit auch, ob Erwachsene etwas für verwandte Kinder mitnehmen wollen. Besonders Großmütter nehmen das erfahrungsgemäß sehr gerne an. Und wer kann schon einem Mitbringsel von der geliebten Oma widerstehen?

Der Rahmen passt vor allem in kleineren Orten oder Vereinen, wo man sich untereinander kennt. Aber auch größere Menschenmengen sind kein Hindernis: In lockerer Atmosphäre können die Familien dich kennenlernen. Und du sie. Kindern, denen du hier begegnest, kannst du ganz praktisch Jesu Liebe vorleben: Indem du dir Zeit für sie nimmst und ihnen zuhörst.
8. Evangelisation geht auch im Hintergrund
Vielleicht ist das Thema Alltagsmission noch neu für dich. Oder du hast Kinder auf dem Herzen, aber in deinem Umfeld sind gar keine. Dann kann dieser Tipp genau das Richtige für dich sein: Beschenke Kinder mit evangelistischen Magazinen, Mal- und Rätselbüchern oder Kalendern.
Schwarze Bretter im Supermarkt oder Arztpraxen (besonders Kinderärzte) sind geeignete Plätze, um etwas anzubieten. Das geht auch in Geburtskliniken. Schau dafür gern einmal in unseren Beitrag zu Kinderbibeln Empfehlungen vorbei. Wichtig: Hole immer beim Geschäft oder der Praxis erst die Erlaubnis ein! Ungefragt darfst du – wenn überhaupt, informiere dich da regional – in Tauschregalen oder Büchertelefonzellen etwas dalassen. Bitte aber auch dort erst mal wenig, um zu schauen, ob es angenommen wird. Es wäre schade, wenn alles der nächsten Aufräumaktion zum Opfer fällt.
9. Frag deine Kinder um Rat
Für die Großeltern und Erwachsenen ohne eigene Kinder: Frag deine Enkel, Patenkinder und die Kinder in deiner Gemeinde. Kinder haben eine andere Sicht auf die Welt, auf andere Menschen und auf Jesus. Deshalb rede mit ihnen! Mit dieser Aussage meinen wir gezielt Kinder, die in Beziehung mit Jesus Christus leben: Stell ihnen Fragen und hör ihnen zu. Beobachte sie auch einfach mal, wenn sie mit ihren Freunden zusammen sind.
Warum glauben sie? Wer begeistert sie da als Vorbild und warum? Gibt es auch Sachen (wie Kinderbibeln) oder Veranstaltungen, die sie für Jesus begeistern? Wie sprechen sie mit ihren Freunden über Jesus?
Die Natürlichkeit von Kindern – in Leichtigkeit und gleichzeitiger Ernsthaftigkeit – kann dir ganz neue Perspektiven schenken. Sei offen, genau von denen zu lernen, denen auch du etwas mitgeben möchtest.
Wo ist dein Platz, Kindern die gute Nachricht zu bringen?
Viele Alltags- und Vollzeitmissionare sind schon viele wertvolle Schritte für Kinder gegangen. Jetzt ist es an dir, deinen Platz in diesem wundervollen Großprojekt zu finden. Gelegentlich oder regelmäßig, im Hintergrund oder mittendrin. – Die Entscheidung liegt bei dir und du hast nun einen Rucksack voller Ideen.
Eine Sache möchten wir dir eindringlich ans Herz legen, weil sie so wichtig ist: Bereite alles im Gebet vor und begleite es. Such dir gerne weitere Beter, die dir in deiner Aufgabe den Rücken stärken. Respektiere zu jeder Zeit deine eigenen Grenzen – und die der Kinder.
Erinnere dich, dass der Weg zu Jesus viele kleine Schritte hat – auch bei Kindern. Versuche nicht, alles auf einmal zu schaffen. In letzter Konsequenz kannst du ohnehin nicht beeinflussen, wie sich ein Kind entscheidet. Aber du kannst mit ihm gemeinsam einen oder mehrere Schritte gehen, stets in Respekt und Liebe. Und ihm so mitgeben, was es braucht, um diesen Weg gehen zu können. Wir wünschen dir und deinen anvertrauten Kindern Gottes reichen Segen.